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Augenheilkunde 30. Juni 2005

Diabetische Retinopathie beginnt früh

Die Symptome einer diabetischen Retinopathie zeigen sich erst spät, die organischen Veränderungen beginnen bereits mit pathologischen Zuckerwerten.

Die diabetische Retinopathie ist die häufigste mikrovaskuläre Komplikation bei Diabetes. Symptome zeigen sich aber meist erst im Spätstadium. Diabetiker sollten deshalb jedes Jahr augenärztlich untersucht werden, erinnert Prof. Dr. Hans-Peter Hammes von der Univ.-Klinik Mannheim. Das gilt für Typ-2-Diabetiker ab der Diagnose. Denn: „Die diabetische Retinopathie ist kein Spätsyndrom“, betonte Hammes beim Symposium für Praktische Diabetologie in Wiesbaden. Jeder dritte Typ-2-Patient hat schon bei der Diagnose Netzhautschäden. Schon bei gestörter Glukosetoleranz und abnormer Nüchternglukose findet sich der Spätschaden bei jedem Zehnten. Bei schon vorhandenen Läsionen sind häufigere Checks erforderlich. Mindestens dreimonatliche Kontrollen gelten auch für Schwangere, weil bei ihnen der Verlauf nicht vorhersagbar ist. Als Erstes zeigen sich bei milder nicht-proliferativer Retinopathie Mikroaneurysmen. Intraretinale Blutungen und perlschnurartige Venen bei mäßiger und schwerer Ausprägung und der Übergang zur proliferativen Form können folgen. Das kann schnell gehen: Innerhalb eines Jahres gelangen 4,5 Prozent der Patienten vom milden Stadium dorthin, zwölf Prozent mit mäßiger und 52 Prozent mit schwerer nicht-proliferativer Retinopathie. Ein Mikroaneurysma im Auge wird damit zu einem wichtigen Befund. Und die Zahl der Aneurysmen ist ein Indikator für das Fortschreiten zur proliferativen Retinopathie. Diese wiederum ist ein Indikator, dass das Risiko für eine kardiovaskuläre Komplikation erhöht ist. „Arbeiten Sie mit Ophthalmo- logen zusammen, die sorgfältig dokumentieren, ob die winzigen Läsionen vorhanden sind“, empfiehlt Hammes eindringlich. Eine gute Senkung der Glukosewerte kann die Progression mindern. Zudem sollte eine pathologische Blutdruckregulation ehestbaldig normalisiert werden.

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