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Innere Medizin 30. Juni 2005

Raffinierter Zucker fördert Diabetes

Nach einer Studie der Harvard Universität haben an der weltweiten Diabetesepidemie vor allem die raffinierten Kohlenhydrate wie weißer Zucker Schuld.

Die Wissenschaftlerin Simin Liu von der Harvard School of Public Health in Boston hat in ihrer Studie untersucht, wie sich die Ernährungsgewohnheiten zwischen 1909 und 1997 verändert hatten. Diese Daten wurden dann mit denen des US Center for Disease Control and Prevention verglichen. Die Rate an Diabetes stieg signifikant mit der Zufuhr von höheren Kalorienmengen an, berichtet die Forscherin im Wissenschaftsmagazin American Journal of Clinical Nutrition. Liu hatte darüber hinaus auch die Nahrungszusammensetzung untersucht. Demnach waren weder Fett noch Protein die Wurzel des Übels. Auffallend war in den Untersuchungen, dass sich die Nahrung hinsichtlich einer Verminderung an faserreichen Lebensmitteln hinüber zu einer eskalierenden Menge von Zucker in verarbeiteten Nahrungsmitteln veränderte. Maissirup als Süßstoff ist heute in nahezu allen Lebensmitteln enthalten. Zu diesem Schluss kommt auch der Nahrungsmittelexperte Cyril Kendall von der University of Toronto. Mehrere internationale Wissenschaftler schließen sich dieser Theorie an und räumen auch gleichzeitig ein, dass auch raffinierte Zutaten wie etwa weißes Mehl und weißer Zucker sowie weißer Reis wesentlich daran beteiligt sind.
Dass die Nahrungsmittel, wie sie in ihrer derzeitigen Form angeboten werden, jedenfalls Diabetes nicht aufhalten, ist offensichtlich. Als die WHO im Vorjahr eine Empfehlung zu weniger Zuckerkonsum gab, schritt die US-Nahrungsmittellobby mit einem Gegenargument Wellen: Zucker allein sei nicht an der rasanten Zunahme von Diabetes verantwortlich. Lius Untersuchungen ergaben Hinweise auf das Gegenteil.

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