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Innere Medizin 30. Juni 2005

Die Frühdiagnose der COPD hängt vom Hausarzt ab

Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) stellt mittlerweile die weltweit vierthäufigste Todesursache dar. Unmittelbar nach der Diagnosestellung sollte die Therapie beginnen.

Bei über 40-jährigen Rauchern sollte alle zwei Jahre eine Lungenfunktionsdiagnostik mit Spirometrie vorgenommen werden. Die COPD wird in der täglichen Praxis des Allgemeinmediziners immer wieder übersehen oder mit anderen Atemwegserkrankungen verwechselt. Das hat eine schottische Studie um Prof. Dr. David Price von der Universität in Aberdeen ergeben, in der bei 597 Patienten über 40 Jahre eine Spirometrie gemacht wurde. Demnach wurde bei 40 Prozent der Studienteilnehmer eine COPD diagnostiziert. Allerdings: Bei nahezu 52 Prozent von diesen war zuvor nur Asthma festgestellt worden. Bei elf Prozent war noch keine obstruktive Atemwegserkrankung diagnostiziert worden. Bei 37 Prozent der untersuchten Patienten war nur eine COPD-Komponente, zum Beispiel eine chronische Bronchitis oder ein Emphysem, festgestellt worden.

Nikotinabstinenz

An erster Stelle bei der Therapie steht die Vermeidung von Risikofaktoren, allen voran die Raucherentwöhnung. Wichtig ist auch ein individuell angepasstes Ausdauer-, Kraft- und Koordinationstraining. Dadurch lässt sich der Teufelskreis aus Schonung und Zunahme der Atemnot nachhaltig mit Verbesserung des subjektiven Wohlbefindens verändern. Für die medikamentöse Therapie bei COPD werden nach den internationalen Gold (Global Initiative for Chronic Obstuctive Lung Disease)-Leitlinien ab Krankheitsstufe I bei Bedarf kurz wirksame Bronchodilatatoren wie Fenoterol und Terbutalin empfohlen. Zudem können Anticho­linergika wie Ipratropium oder die Kombination mit Fenoterol angewandt werden. Ab Stufe II werden zusätzlich lang wirksame Bronchodilatatoren wie Formoterol, Salmeterol und Tiotropium empfohlen. Die Dauertherapie hiermit ist nach den Leitlinien bei COPD-Patienten effektiver und einfacher als die Behandlung mit kurz wirksamen Substanzen dieser Art. Bei wiederholten Exazerbationen werden ab Stufe III inhalierbare Steroide wie Beclometason, Budesonid oder Fluticason empfohlen.

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