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Innere Medizin 30. Juni 2005

Was tun bei exazerbierter chronischer Bronchitis?

Bei einer akut exazerbierten chronischen Bronchitis spricht ein mukopurulentes Sputum für eine bakterielle Ätiologie und erfordert eine antibiotische Therapie.

Bei einer akuten Bronchitis ist bei gesunden jüngeren, nicht rauchenden Patienten auch bei purulentem Auswurf üblicherweise keine Antibiotika-Therapie erforderlich. Daran hat Professor Hartmut Lode, Krankenhaus Zehlendorf, Berlin, bei einer Veranstaltung in München erinnert. Bei akuten Exazerbationen einer chronischen Bronchitis sollte dagegen bei purulentem Auswurf antibiotisch interveniert werden.
Für die kalkulierte Therapie sollte sich die Wahl des Antibiotikums am Schweregrad der Grunderkrankung orientieren. Gestützt auf die COPD-Stadieneinteilung nach GOLD (Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease) riet Lode in den Stadien I und II zu Substanzen, die die hier vorherrschenden Erreger Pneumokokken, H. influenza und Moraxella catharalis zuverlässig bekämpfen. Hierbei sind moderne Makrolide, Aminopenicilline plus Betalactamase-Hemmer oder moderne orale Cephalosporine in Verwendung. Das GOLD-Stadium I und II ist definiert durch FEV1-Werte von über 50 Prozent des Solls in der stabilen Situation.
Bei einer akut exazerbierten chronischen Bronchitis des Schweregrades III ist zunehmend auch mit Klebsiellen, Proteus-Spezies und Enterobacter zu rechnen, weshalb sich das Gewicht auf Cephalosporine der Gruppe zwei und drei sowie auf Fluorchinolone, eventuell als Sequenztherapie, verlagert.
Die oft multimorbiden schwerkranken Patienten mit einer akut exazerbierten chronischen Bronchitis sind gehäuft auch mit Pseudomonas aeruginosa infiziert, weshalb sie eine antibiotische Kombinationsbehandlung unter Beteiligung pseudomonaswirksamer Substanzen wie hoch dosiertem Ciprofloxacin erhalten müssten, so Lode.
Bei unkomplizierten ambulant erworbenen Pneumonien sei es sinnvoll, die Therapie-Entscheidung am Alter zu orientieren. Bei jüngeren Patienten unter 60 Jahren und ohne wesentliche Grunderkrankungen oder Risikofaktoren kann trotz der unbestrittenen Resistenzzunahme von Pneumokokken gegen Penicilline und Makrolide weiterhin auf moderne Makrolide gesetzt werden. Diese Substanzen wirken auch gegen atypische Erreger wie Mykoplasmen oder Chlamydien.

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