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Innere Medizin 30. Juni 2005

Atherosklerose-Progression verlangsamt

Unter der Therapie mit dem langwirksamen Didydropyridin-Kalziumantagonisten Amlodipin  verringert sich die Inzidenz einer instabilen Angina pectoris um 33 Prozent, dass zeigten Ergebnisse der PREVENT-Studie (Prospective Randomized Evaluation of the Vascular Effects of Norvasc Trial).

Rasche Wirksamkeit

Für koronare Interventionen wie PTCA oder Bypass-Operationen ergab sich sogar eine Risikoreduktion von 42 Prozent. Der Nutzen der Therapie mit Amlodipin wurde bereits nach wenigen Monaten sichtbar. Die 825 KHK-Patienten der PREVENT-Studie erhielten zusätzlich zu einer KHK-Basistherapie entweder Amlodipin fünf oder zehn Milligramm täglich oder Placebo. Primärerer Endpunkt der auf drei Jahre konzipierten Studie war die Progression der koronarangiografisch nachgewiesenen Lumen-Einengung in den Koronargefäßen. Weiters wurde der Einfluss von Amlodipin auf die an den Karotiden mittels Ultraschall gemessene Intima-Media-Dicke und auf die Zahl der klinischen Endpunkte untersucht.

Während die Intima-Media-Dicke an den Karotiden unter der Amlodipin-Behandlung um durchschnittlich 12,6 µm abnahm, kam es in der Placebogruppe zu einer Zunahme um 33 µm. Bezüglich der atherosklerotischen Veränderungen an den Herzkranzgefäßen ergaben sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. Die Zahl der Klinikeinweisungen konnte unter der Zusatztherapie mit dem langwirksamen Kalziumantagonisten deutlich gesenkt werden.

RR-Einstellung in der Praxis

Mit den Ergebnissen der HOT (Hypertension Optimal Treatment) -Studie wurden auch häufig in Zusammenhang mit der Hochdrucktherapie geäußerte Vorurteile entkräftet, dass es unter Praxisbedingungen kaum möglich sei, die geforderten Zielwerte zu realisieren. An 20.000 ambulant geführten Patienten mit arterieller Hypertonie konnte gezeigt werden, dass auf der Basis eine Kalziumantagonisten aus der Gruppe der langwirksamen Dihydropyridine 90 Prozent der Patienten auf diastolische Werte unter 90 mmHg und 60 Prozent sogar auf Werte unter 80 mmHg eingestellt werden konnten. Bei der Mehrzahl der Patienten war allerdings eine antihypertensive Kombinationstherapie notwendig.

Didydropyridin-Kalziumantagonisten Amlodipin wird aufgrund seiner sehr langen Halbwertszeit mit 35 bis 50 Stunden und des vorteilhaften Rezeptorbindungsprofils auch den Anforderungen an die Patientencompliance gerecht. Selbst 48 Stunden nach der letzten Tabletteneinnahme sind unter Amlodipin noch klinisch relevante Wirkstoffkonzentrationen nachzuweisen. Durch die Pharmakokinetik der Substanz sind die Auswirkungen auf den Wirkspiegel auch bei gelegentlichem Vergessen einer Tabletteneinnahme weniger stark, als bei Substanzen mit kürzerer Halbwertszeit. Auch Daten aus der Placebo-kontrollierten CAPE (Circa_dian Anti-Ischemia Program in Europe)-Studie belegen die antiischämische Wirksamkeit von Amlodipin. In dieser Studie erhielten Patienten mit chronisch stabiler Angina pectoris - auch für diese Indikation besitzt Amlodipin die Zulassung - zusätzlich zu einer antianginösen Basistherapie mit Nitraten und/oder Betablockern einmal tägliche Gaben des langwirksamen Dihydropyridins in einer Dosierung von 5 bis 10 mg täglich. Einschlusskriterien waren mehr als drei ischämische Episoden oder ST-Streckensenkungen mit einer Dauer von mindestens 20 Minuten im 48-Stunden-Langzeit-EKG. Unter Amlodipin kam es zu einer deutlichen Abnahme symptomatischer und stummer ischämischer Episoden. Die antiischämische Wirkung kam auch in einem um 67 Prozent reduzierten Nitroglyzerin-Gebrauch zum Ausdruck. In der Placebogruppe sank der Nitro-Bedarf lediglich um 22 Prozent. Auch die Anzahl der Angina-pectoris-Anfälle nahm unter der antiischämischen Therapie mit Amlodipin gegenüber Placebo signifikant ab.

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