zur Navigation zum Inhalt
 
Innere Medizin 30. Juni 2005

Asthma kennt keinen Urlaub

Der Sommer ist da und Asthmatiker atmen auf. Asthmaauslösende Reize nehmen ab, Sonne und Strand tragen zusätzlich zum Wohlbefinden bei. Endlich fällt der Stress von uns ab - und Erwachsene und Kinder genießen in gleicher Weise ihren wohlverdienten Urlaub. Die Ferien sind dazu da, die Seele baumeln zu lassen, aber vielleicht auch endlich die ein oder andere sportliche Tätigkeit auszuüben, für die während des Jahres zu wenig Zeit vorhanden ist. Doch Vorsicht: Auch ohne ausgeprägte Symptome kann die asthmatische Entzündung unkontrolliert weiter schwelen. Gerade für Untrainierte kann die Kombination von körperlicher Anstrengung und Hitze ein erhöhtes Risiko darstellen.

Remodelling durch Leukotriene

Besonders gefährdet sind da natürlich Patienten mit aktivitätsinduzierter Asthmasymptomatik. Die Asthmamedikation sollte daher gerade jetzt nicht "eingespart" werden. Sowohl Erwachsene als auch Kinder mit Asthma bronchiale müssen auch im Sommer ausreichend geschützt sein. Denn Experten wissen: Aktive chronische Entzündungsprozesse finden auch bei asymptomatischen Patienten mit mildem Asthma statt (S. T. Holgate, Clin. and Exp. All. Review, 2001, Vol. 1, Nr. 2, pages 59-61).

Bekannt ist, dass Cysteinyl-Leukotriene als wichtige Mediatoren des asthmatischen Entzündungsprozesses zum so genannten Remodelling führen (W. Henderson Jr., am. Journal of. Crit. Care Med., Vol. 165, Nr. 1, Jan 2002, 108-116). Leukotriene, Metaboliten der Arachidonsäure, wirken bronchokonstriktorisch und entzündungsfördernd, sowohl in der Früh- als auch in der Spätphase des Athmas. Beim Remodelling handelt es sich um strukturelle Umbauvorgänge in den Atemwegen von Asthmatikern. Diese führen unter anderem zu Ödembildung, Verdichtung der Basalmembran, Hyperplasie der Schleimdrüsen und Hypertrophie der glatten Muskulatur.

Frühzeitige Therapie wichtig

Untersuchungen zeigten, dass Remodelling bereits sehr frühzeitig und auch bei milden Formen von Asthma einsetzt. Eine rechtzeitige und konsequente Therapie mit einem Controller kann daher dem Fortschreiten der Erkrankung entgegenwirken. Leukotrienantagonisten beeinflussen die entzündlichen und obstruktiven Veränderungen sowie die Umbauprozesse in den Atemwegen. Der einzige derzeit in Österreich erhältliche Leukotrienantagonist ist Montelukast.

Die patientenfreundliche, einmal täglich orale Verabreichungsform erhöht die Compliance. Sowohl die großen als auch die kleinen, peripheren Atemwege werden durch die orale Gabe sicher erreicht. Die Aufnahme der Wirksubstanz bleibt von obstruktiven Lumeneinengungen unbeeinflusst. Wegen des guten Geschmacks werden die Tabletten auch von Kindern gerne eingenommen. Montelukast wird von Kindern und Erwachsenen gut vertragen und stellt daher auch im Sommer den geeigneten Controller vor allem zur Vorbeugung aktivitätsinduzierter Asthamsymptomatik dar.

Dr. Myriam-Hanna Klinger, Ärzte Woche 25/2002

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben