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Innere Medizin 30. Juni 2005

Allergie-Impfung senkt Asthma-Risiko drastisch

Erstmals konnte in der kürzlich im "Journal of Allergy and Clinical Immunology" veröffentlichten PAT-Studie eine eindeutige Asthmaprävention durch die Allergieimpfung bei Kindern mit Pollenallergie nachgewiesen werden. Die Ergebnisse dieser international in sechs Ländern, darunter auch Österreich, durchgeführten Studie zeigen, dass knapp doppelt so viele Patienten der Kontrollgruppe an Asthma erkrankten, wie jene mit der Allergieimpfung behandelten Kinder.

Die erst kürzlich veröffentlichte PAT-Studie (Präventive Allergie-Therapie) untersuchte vorrangig die Fragestellung, ob die Allergieimpfung mit Birken- und/ oder Graspollenextrakten bei Kindern mit allergischem Schnupfen das Risiko einer Asthmaentwicklung reduzieren und die Reaktion der Atemwege positiv beeinflussen kann. Es nahmen insgesamt 205 Kinder im Alter zwischen sechs und 14 Jahren mit Gräser- und/oder Birkenpollenallergie an der Studie teil. 43 Patienten waren Birkenpollenallergiker, 124 allergisch gegen Gräserpollen, 41 reagierten auf beide Allergene. Es durfte noch keine Immuntherapie erfolgt sein.

Ein positiver Allergietest sowie Heuschnupfensymptome - jedoch keine Asthmaerkrankung - waren die Auswahlkriterien für die Studienteilnehmer. Die Kinder wurden in eine offene Kontrollgruppe bzw. eine aktive Gruppe, die neben einer symptomatischen Therapie (Antihistaminika, Kortison) auch eine spezifische Immuntherapie (Allergieimpfung) über drei Jahre erhielt, aufgeteilt.

Studien-Ergebnisse

Die Ergebnisse der Studie zeigen eindeutig, dass die Allergieimpfung das Asthma-Risiko bei an allergischem Schnupfen leidenden Kindern drastisch senkt. Besonders für Kinder mit Birkenpollenallergie war der Unterschied zur Kontrollgruppe eindeutig. Nach zwei und drei Jahren berichteten wesentlich mehr Patienten in der Kontrollgruppe (Gruppe ohne Allergieimpfung) über zunehmende Asthmasymptome.

Therapiepraxis

Es wurde weiters eine wesentliche Verbesserungen in Hinblick auf die Atembeschwerden in der SIT-Gruppe nach einem, zwei und drei Jahren festgestellt. Der allergische Schnupfen zeigte ebenfalls eine eindeutige Verbesserung in der geimpften Gruppe nach zwei und drei Jahren. Damit konnte in der PAT-Studie einmal mehr nachgewiesen werden, dass die Allergieimpfung das Potenzial besitzt, den chronischen Verlauf der allergischen Erkrankungen zu verhindern.

"Auswirkungen bestehen in der Tatsache, dass die allergenspezifische Immuntherapie bei Kindern eine sichere Anwendungsform ist und zu einer Reduktion der Asthmasymptome bei Kindern führen würde, wenn man sie rechtzeitig und früh genug beginnt. Auch die Neusensibilisierungsrate wird reduziert", resümiert der Mitautor der Studie, Prof. Dr. Dieter Koller von der Wiener Universitäts-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde."Die PAT-Studie ist die erste Studie, die bei Patienten im Kindesalter klinisch nachweisen konnte, dass mit der Allergieimpfung die Asthmahäufigkeit bei Heuschnupfen reduziert werden kann." Die Allergieimpfung kann von Fachärzten und in Allergieambulatorien durchgeführt werden. Sie ist in Spritzen- und in Tropfenform erhältlich. Die Kosten werden zur Gänze von der Krankenkasse übernommen. 

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