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Innere Medizin 30. Juni 2005

Schichtarbeit verdoppelt das Arrythmie-Risiko

Maastricht. Schichtarbeit verdoppelt das Risiko für Herzarrythmien. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der Universität Maastricht gekommen. In der Folge könnten diese Veränderungen erklären, warum Schichtarbeiter anfälliger für Herzleiden sind. Das Team um Ludovic van Amelsvoort geht davon aus, dass Nachtarbeit für den Körper chronischen Stress bedeutet, der sich deutlich negativ auf Herzschlag und Herzfrequenz auswirkt, berichtet das Fachmagazin Occupational and Environmental Medicine.

Die Wissenschaftler untersuchten Veränderungen von Herzschlag und Herzfrequenz bei 49 Schichtarbeitern und 22 Arbeitnehmern mit normalen Arbeitszeiten. Alle zwischen 18 und 55 Jahre alten Teilnehmer waren neu am Arbeitsplatz. Die Messungen wurden eine Woche und zwei Monate nach Arbeitsantritt sowie ein Jahr später vorgenommen.

Anomalien wurden anhand eines frühzeitigen Kammerkomplex (PVC, premature ventricular complexes) festgestellt, bei dem ein unregelmäßiger Herzschlag früher als normal einfällt. Nach einem Jahr zeigten sich bei allen Teilnehmern leicht ungünstige Veränderungen der Herzfrequenz.

Bei den Schichtarbeitern war die PVC-Rate jedoch deutlich höher. Fast doppelt so viele Teilnehmer hatten diese Anomalie entwickelt. Mit der Anzahl der Nachtschichten stieg in der Folge auch die Häufigkeit der arrythmischen Ereignisse. Die Ergebnisse veränderten sich nicht, als Faktoren wie Rauchen, Kaffee, Alkohol, Gewichtsveränderungen, Alter, Geschlecht und Stress am Arbeitsplatz einbezogen wurden.

Frühere Studien haben ergeben, dass das erhöhte Herzrisiko von Schichtarbeitern auf die Störung des Tagesrhythmus und Verhaltensänderungen zurückzuführen ist. Weitere Forschungsergebnisse sind davon ausgegangen, dass das Herz auf die erhöhte Beanspruchung in der Nacht eher negativ reagiert, da der Körper in dieser Zeit auf eine Verringerung der Aktivitäten programmiert ist.

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