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Innere Medizin 30. Juni 2005

Die allergische Rhinokonjunktivitis ist kein lebenslanges Schicksal

"Voraussetzung für eine wirkungsvolle Behandlung der Allergie ist die genaue Untersuchung. Die heute eingesetzten Untersuchungsmethoden stellen für den Patienten keine Belastung dar und führen schmerzfrei und rasch zur richtigen Diagnose", erklärt Prof. Dr. Friedrich Horak vom Allergiezentrum Wien-West. 

Daher können diese Tests auch schon bei Kindern im 1. Lebensjahr angewendet werden. Nachdem allergische Erkrankungen einer steten Entwicklung unterworfen sind und sich auch der Empfindlichkeitszustand des Betroffenen verbessern oder verschlechtern kann, sollten Allergie-Untersuchungen möglichst im jährlichen Abstand wiederholt werden.
Der wesentlichste Bestandteil der Allergie-Diagnostik sei das Arztgespräch. Durch ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt werden Zusammenhänge zwischen den Beschwerden des Betroffenen und möglichen Auslösern hergestellt. 

Horak: "Mit nahezu kriminalistischer Akribie führen genaue Fragen des spezialisierten Arztes zu einem umfassenden Bild der allergischen Erkrankung." Die in Frage kommenden Allergieformen können eingegrenzt und weiterführende Untersuchungen angeordnet werden. 
Horak: "Ob Arztgespräch, Hauttest, Pflastertest oder Blutprobe, keine dieser Maßnahmen kann heute noch als körperliche oder zeitliche Belastung betrachtet werden." Die Diagnose einer Allergie gestaltet sich heutzutage wirklich problemlos.

Jede Reduktion der Allergen-Exposition ist zielführend

Auch wenn der Kontakt mit spezifischen Inhalationsallergenen nie komplett ausgeschaltet werden kann, so ist doch jede Maßnahme zur Reduktion der Allergen-Exposition zielführend und für den Patienten beschwerdelindernd. Darüber hinaus kann davon ausgegangen werden, dass eine konsequente Allergen-Karenz in der Regel im Laufe der Zeit zu einer Verminderung der spezifischen Sensibilisierung führt. "Die Möglichkeiten der pharmakologischen Therapie von Inhalationsallergien sind heute umfangreich, wirkungsvoll, sicher und kostengünstig", ist Horak überzeugt. 

Kriterien der Präparateauswahl

Die Auswahl der geeigneten Präparate richtet sich nach dem Verlauf der Erkrankung (persistierende oder intermittierende Symptomatik/saisonale oder ganzjährige Erkrankung) und nach der Ausprägung der Symptome (sporadische, mittelgradige oder hochgradige Beschwerden). In jedem Fall soll die Allergietherapie als konsequente Maßnahme zur Behandlung der allergischen Entzündungsreaktion betrachtet werden und nicht als Bedarfmedikation zur Unterdrückung von einzelnen Beschwerden.

Kausale Therapieansätze

"Die spezifische Allergie-Impfung stellt eine kausale Therapiemöglichkeit dar, welche die individuelle Dysregulation des Immunsystems positiv beeinflusst. Zielgruppe sind in erster Linie Patienten mit progredienter Symptomatik. Bei richtiger Indikationsstellung und konsequenter Anwendung sind die Erfolgsergebnisse bei der Inhalationsallergie sehr gut", erklärt der Allergieexperte.  Lokale Impfreaktionen in tolerierbarem Ausmaß seien häufig, "schwerwiegende Nebenwirkungen wurden nur bei offensichtlichen Anwendungsfehlern seitens des Patienten oder des Arztes beschrieben", so Horak.

Viel zu wenig Beachtung findet nach Horaks Meinung bisher der vierte Grundpfeiler der Allergietherapie: "Nur ein gut informierter Patient kann konsequent den spezifischen Allergenkontakt verringern, kann die entsprechende Compliance aufbringen, die für eine wirksame Therapie erforderlich ist, wird Änderungen seines Krankheitszustandes richtig beobachten und rechtzeitig dem Arzt mitteilen, damit dieser weiterführende oder einschschränkende therapeutische Maßnahmen vorschlagen kann." Auch das Umfeld des Patienten sollte in diese Informationsstrategie einbezogen werden. 
Horak: "Die allergische Rhinokonjunktivitis ist kein lebensbegleitendes Schicksal. Durch geeignete diagnostische Maßnahmen und konsequente Therapie können Verlauf der Erkrankung und Lebensqualität des Patienten entscheidend positiv beeinflusst werden."

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