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Innere Medizin 30. Juni 2005

Viele Allergiker holen sich ihr Wissen von Hausärzten

Bad Lippspringe. Hausärzte sind für Atemwegsallergiker als Informationsquelle so wichtig wie Allergiespezialisten. Dies eröffnet Chancen, die Therapie der Allergiker zu verbessern. Denn viele der Patienten nehmen Medikamente nur bei Beschwerden. Eine antientzündliche Langzeit-Therapie wird wenig genutzt. Dies sind zentrale Ergebnisse einer großen Untersuchung zur Situation von Atemwegsallergikern in zehn Ländern Europas. In Deutschland wurden dazu über 7.000 Telefoninterviews gemacht. Die Ergebnisse hat Prof. Dr. Karl-C. Bergmann von der Allergie- und Asthmaklinik in Bad Lippspringe jetzt in "Allergologie" (25, 2002, 137) vorgestellt.

Atemwegsallergiker waren 14 Prozent der angerufenen Personen über 16 Jahren. Informationen holten sich die meisten dieser Patienten von Ärzten. Jeweils 65 Prozent nannten ihren Hausarzt oder einen Spezialisten. Nur jeder vierte Patient holt sich Rat bei einem Apotheker.Heuschnupfen plagte mit 82 Prozent die meisten, dann folgte mit 28 Prozent Asthma.Bei Diagnostik und Therapie gibt es noch vieles zu optimieren. Obwohl fast alle wegen ihrer Allergie einen Arzt aufgesucht hatten, war bei 15 Prozent nie eine Testung gemacht worden und bei 26 Prozent kein Hauttest. 

Medikamente lassen sich die meisten von ihren Ärzten verordnen. Und 72 Prozent nehmen auch das Verordnete. Jedoch: Eine antientzündliche Langzeitprävention nehmen nur acht Prozent so ernst, dass sie deswegen Medikamente nehmen. Dies lasse vermuten, so Bergmann, dass allergische Erkrankungen immer noch unterschätzt werden - von Patienten und Ärzten.

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