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Innere Medizin 30. Juni 2005

Akupunktur: Erfolge mit feiner Nadel

Am Wiener "Ludwig-Boltzmann-Institut für Akupunktur" wird die Wirkungsweise der Akupunktur schon seit 1994 mit wechselnden Schwerpunkten erforscht. "Wir konnten etwa bei saisonbedingten Pollenallergien sehr gut die Wirksamkeit der Akupunktur belegen", berichtet Dr. Yousung Mosch, die am Kaiserin Elisabeth Spital in Wien tätig ist. Bei Pollenallergien ist der rechtzeitige Beginn der Behandlung in der Saison wichtig. Durch die derzeitigen klimatischen Veränderungen blühen viele Bäume und auch Gräser früher. Schon länger nachgewiesen wurden zudem Wechselwirkungen zwischen Luftschadstoffen und potenziellen Allergenen, was ebenso Konsequenzen für den Therapiestart hat. 

Akupunktur kann gerade auch dann wichtig sein, wenn Allergien gegen mehrere Stoffe gleichzeitig bestehen und eine Hyposensibilisierung nicht möglich ist. Wenig hilfreich, aber zumindest symptomlindernd ist Akupunktur laut Mosch bei Immunglobulin G-Allergien, also im Zusammenhang z.B. mit Hausstaub, Milben, Tierhaaren usw. Auch wenn es für verschiedene Arten der Allergien "klassische" Punkte entlang der Meridiane oder auch am Ohr oder an der Hand gibt, wird jede Behandlung individuell gestaltet. 

"Wenn etwa Kinder starkes allergiebedingtes Asthma haben, reicht die Akupunktur als Behandlung alleine sicher nicht aus", erklärt Mosch. Die Akupunktur ist bei allen Allergieformen zumindest eine gute Möglichkeit, die Behandlung zu beschleunigen und einen Erfolg wahrscheinlicher zu machen. Reduzieren lässt sich auch die Menge der notwendigen Medikamente beziehungsweise die Dauer ihres Einsatzes. Bei einigen Patienten mit Allergien kann Akupunktur auch als einzelne Therapieform erstaunliche Erfolge bringen.

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