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Innere Medizin 30. Juni 2005

Bienenstich: Schwellung später möglich

Aachen. Sie haben einen Patienten mit einer starken Schwellung an Arm oder Fuß und finden dafür zunächst keine Erklärung? Vielleicht ist ein Bienenstich, der schon eine Woche zurückliegt, die Ursache. Allergien auf Bienengift manifestieren sich in der Regel als Soforttyp-Reaktionen mit Hautrötung, Entzündung, Ödem, manchmal auch mit Anaphylaxie. Zu einem Erythema exsudativum multiforme (EEM) als Reaktion auf den Stich kann es aber auch erst viel später kommen, berichten Professor Hans-F. Merk und seine Mitarbeiter von der Hautklinik der Universität Aachen (Z Hautkr 77, 2002, 31). Nach Angaben der Dermatologen unterscheidet sich die Spätreaktion auf den Stich klinisch und immunologisch deutlich vom häufigeren Soforttyp.

Bei der unmittelbaren Reaktion auf das Allergen wird vor allem Bienengift-spezifisches IgE gebildet und Interleukin-5 ausgeschüttet. Bei der Spätreaktion sind die Ausschüttung von Interferon-gamma und die Ausbildung EEM-artiger Hautveränderungen Anzeichen einer verzögerten Überempfindlichkeitsreaktion. Eine starke Interleukin-Sekretion konnten die Ärzte etwa bei einem Kind nachweisen, dessen Fuß erst eine Woche nach einem Bienenstich stark zu jucken begann und zunehmend mit roten Effloreszenzen anschwoll.

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