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Innere Medizin 30. Juni 2005

Die Nahrung kann die Haut zum Jucken bringen

Juckreiz, Quaddeln oder Angioödeme sind Zeichen einer Urtikaria. Sie beruht auf einer Mastzell-Degranulation und ist eines der häufigsten entzündlichen Reaktionsmuster der Haut.

Auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten manifestieren sich oft als Nesselsucht. „Entgegen weit verbreiteter Meinung spielen Nahrungsmittel (NM)-Allergien und -Intoleranzreaktionen bei zwei Drittel aller relevanten Urtikaria-Erkrankungen so gut wie keine Rolle“, so Dr. Marcus Maurer von der Universitätsklinik in Mainz. Wichtig zur Unterscheidung von NM-Allergien und den häufigeren Intoleranzen oder Pseudoallergien, bei denen Mastzellen anders aktiviert werden, sind zunächst Anamnese und Symptom-Tagebuch.
NM-Allergien sind bei Kindern häufig, bei Erwachsenen jedoch selten Ursache einer akuten Urtikaria. Chronischen Formen, die über sechs Wochen bestehen, liegen eher Intoleranzen zugrunde.
„Eine NM-Allergie ist so gut wie nie die Ursache einer chronisch-kontinuierlichen Urtikaria, denn aufgrund der Kinetik müsste das verantwortliche NM-Allergen langfristig mehrfach täglich zugeführt werden. Im Zweifel bringt eine dreitägige Kartoffel-Reis-Diät Klarheit“, so Maurer. Bei einer Allergie verschwinden dabei die Symptome.
Konservierungsstoffe, Farbstoffe, Antioxidanzien oder natürliche Aromen in Obst oder Gemüse sind typische Auslöser von NM-Intoleranzen. Oft rufen sie nur in Kombination eine Reaktion hervor, die noch dazu dosisabhängig sein kann. Problematisch ist auch, dass sich Symptome zum Teil erst mehrere Stunden nach dem Essen bemerkbar machen. Eine Besserung kann beim Verzicht auf das auslösende NM Wochen auf sich warten lassen.
Um eine NM-Intoleranz überhaupt diagnostizieren zu können, kommt man meist nicht um eine pseudoallergenarme Eliminations-Diät für mindestens zwei Wochen herum. Wird es dann besser und führt eine Provokation mit pseudoallergenreicher Kost zur Exazerbation, dann ist die Diagnose einer
Intoleranz gesichert.

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