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Innere Medizin 30. Juni 2005

Die Behandlung von Allergien wird effektiver

Mit Levocetiricin  konnte ein Schritt vorwärts in der Entwicklung von Antihistaminika gesetzt werden. Diese Überzeugung brachten internationale Experten beim Launch Symposium der Firma UCB Mitte April in Cannes klar zum Ausdruck. Als Enantiomer von Cetirizin  weist die neue Substanz eine wesentlich höhere Affinität für den Histamin-1(H1)-Rezeptor auf und blockiert ihn länger. Daraus resultiert eine bessere therapeutische Wirksamkeit bei weniger unerwünschten Wirkungen, vor allem hinsichtlich Sedierung. In Österreich ist Xyzall® zur Behandlung von Patienten mit saisonaler und persistierender allergischer Rhinitis sowie chronischer Urtikaria zugelassen.

"Zur Feststellung der Wirksamkeit von Antihistaminika werden unter anderem Hautrötung und Quaddelbildung als Parameter herangezogen", erklärte Prof. Dr. Martin Church, School of Medicine, University of Southampton. Die Genauigkeit der Methoden konnte durch neue Techniken, z.B. Laser-Doppler für das Ausmaß der Haut-rötung, verbessert werden. "Sowohl hinsichtlich Hautreizung als auch Quaddelbildung hat Levocetirizin in Studien eine überlegene Wirkung gegenüber anderen modernen Antihistaminika gezeigt", so Church.

Ein weiterer Vorteil der neuen Substanz liegt darin, dass es nicht nur in der Frühphase der allergischen Reaktion wirkt, sondern auch die entzündliche Komponente in der Spätphase beeinflusst, sind sich die Experten einig. Bei Allergikern mit länger anhaltenden Beschwerden hat Levocetirizin eine Linderung der nasalen Obstruktion, ein besonders lästiges Symptom bei persistierender Allergie, gezeigt. Mit dieser Patientengruppe läuft derzeit eine große klinische Studie, über die Prof. Dr. Ludger Klimek vom Wiesbadener Zentrum für Rhinologie und Allergologie bei der Veranstaltung in Cannes berichtete.

Sechsmonatige Therapie

In Studien habe sich Levocetirizin als wirksames und verträgliches Antihistaminikum zur Therapie der saisonalen allergischen Rhinitis erwiesen, so Klimek. Aber auch zur Behandlung von Patienten mit anhaltenden allergischen Beschwerden wie persistierender oder perennialer Rhinokonjunktivitis sei das Antihistaminikum offenbar besonders geeignet, weil es nasale Obstruktionen signifikant lindern kann.

Wie eine sechsmonatige Therapie mit dem Wirkstoff bei Patienten mit persistierender allergischer Rhinitis wirkt und ob sich dadurch die Lebensqualität der Betroffenen verbessern lässt, soll die XPERT-Studie klären. Dabei handelt es sich laut Klimek um die erste Langzeitstudie mit einem Antihistaminikum aus der Gruppe der H1-Antagonisten. In die seit dem Sommer 2001 laufende Studie wurden nur Patienten aufgenommen, die nach WHO-Klassifikation anhaltende Symptome hatten. Von den 551 Studienteilnehmern hätten bisher nur 53 die Behandlung abgebrochen, so Klimek. Erste Ergebnisse sollen im Juni vorgestellt werden.

Die Symptome der allergischen Rhinitis, wie Rhinorrhoe, Niesen und verstopfte Nase, schwächen den Allgemeinzustand der Patienten. Daraus resultieren oft Schlafstörungen, Lernschwächen oder psychomotorische Beeinträchtigungen. Als Folgewirkungen einer allergischen Rhinitis können Asthma, chronische Sinusitis, Otitis media und Atemwegsinfektionen auftreten. Aufgrund dieser Fakten und der zunehmenden Prävalenz der Erkrankung sollten Studien mit hohen Ansprüchen, wie die XPERT-Studie, vermehrt in Angriff genommen werden, meint Klimek.

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