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Innere Medizin 30. Juni 2005

Neues Präparat zur langfristigen Gewichtskontrolle

Eine neue Langzeitstudie (STORM - Storm-Sibutramine Trial of Obesity Reduction and Maintenance), die kürzlich in "The Lancet" veröffentlicht wurde, hat gezeigt, dass mit Sibutramin (Reductil®) nicht nur ein bedeutender Gewichtsverlust zu erzielen ist, sondern das erreichte Gewicht auch langfristig gehalten werden kann. Die Substanz wirkt zentral im Gehirn und somit an der Wurzel des Problems. Die STORM-Studie (James WPT et al., Effect of sibutramine on weight maintenance after weight loss: a randomised trial. Lancet 2000; 345: 21190- 25) ist die erste Studie zur Gewichtskontrolle über einen längeren Zeitraum, nämlich zwei Jahre.

Studienergebnisse

Patienten, die mit 10 mg Reductil® behandelt wurden, nahmen innerhalb von sechs Monaten im Durchschnitt 11,3 kg ab (etwa 11 Prozent). Die Behandlung wurde zusätzlich mit einer Diät und einem Bewegungsprogramm kombiniert. Viele der Patienten, die ihr Gewicht im Rahmen der Studie erfolgreich halten konnten, hatten bereits mehrere, allerdings meist erfolglose Versuche einer Gewichtsabnahme hinter sich.

Nach einer sechsmonatigen Einführungsphase wurden die untersuchten Gruppen aufgeteilt - eine Gruppe wurde neben einer Diät und einem Bewegungsprogramm weiterhin mit Sibutramin behandelt, die Kontrollgruppe dagegen lediglich mit Diät und vermehrter Bewegung.

Die Gruppe, die weiterhin mit Reductil® behandelt wurde, konnte das abgenommene Gewicht halten und brachte im Durchschnitt 10,3 kg weniger auf die Waage als zu Beginn der Studie. Die Kontrollgruppe, die nur mit Diät und vermehrter Bewegung behandelt wurde, nahm in den folgenden 18 Monaten wieder zu, beendete die Studie aber trotzdem im Durchschnitt mit 4,7 kg weniger als beim Start.

Sibutramin zur langfristigen Gewichtskontrolle

Das bedeutet, dass Sibutramin den Patienten nicht nur dabei geholfen hat, mehr als 10 Prozent ihres Gewichtes zu verlieren, sondern - was viel wichtiger ist - das erzielte Gewicht auch langfristig zu halten.

Prof.Dr.Philip James, Leiter des Forschungsteams, zur STORM-Study: "Die bedeutendste Erkenntnis der Studie ist, dass ein Viertel der Patienten, die weiterhin mit Reductil® behandelt wurden, während der Studie die gesamten abgenommenen Kilos halten konnte. Fast die Hälfte der Patienten haben 10 Prozent ihres Gewichts verloren und auch gehalten, zwei Drittel der Patienten immerhin 5 Prozent."

Adipositas - ein Gesundheitsrisiko

"Fettleibigkeit ist ein ernstes Gesundheitsprobleme sowohl der Industrieländer als auch der Entwicklungsländer", betont Prof.Dr. Stephan Rössner, Präsident der International Association for the Study of Obesity und Mitglied der STORM- Studiengruppe. "Adipositas kann zu lebensbedrohenden Herzerkran- kungen und zu Typ-II-Diabetes führen. Eine anhaltende Gewichtsreduktion von fünf bis zehn Prozent reduziert das Gesundheitsrisiko in Verbindung mit Adipositas wesentlich. Jedoch ist es für viele Menschen ein Problem, ihr Gewicht mit konventionellen Therapien, wie einer Diät oder vermehrter Bewegung, zu halten", so der Mediziner.

Prof. Dr. Günter J. Krejs, Vorstand der Medizinischen Universitätsklinik Graz, meint zur neuen Studie: "Die Adipositas stellt auch in Österreich ein wachsendes Problem dar. Ein gutes Ernährungsprogramm und die Motivierung des Patienten zu täglicher körperlicher Aktivität sind auch nach den Erfahrungen an unserer Klinik elementare Säulen bei der Behandlung von Fettleibigkeit. Die Nachhaltigkeit des Therapieerfolges, sprich das abgenommene Gewicht auf lange Sicht zu halten, gilt für uns als dringender Auftrag. Mit dem neuen Medikament Reductil® kann hier ein entscheidender Beitrag geleistet werden."

Erhältlich ist das Medikament in Österreich voraussichtlich ab dem Frühjahr 2001.

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