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Innere Medizin 30. Juni 2005

Dauerhafte Gewichtskontrolle bei krankhafter Adipositas

Sibutramin (Reductil®) ist der erste Vertreter einer neuen Wirkstoffklasse zur Unterstützung der Gewichtsabnahme sowie Erhaltung des reduzierten Gewichts bei krankhafter Adipositas.Der gewichtsreduzierende Effekt von Sibutramin beruht auf einer Wiederaufnahmehemmung der Neurotransmitter Noradrenalin und Serotonin im ZNS, die zu einem rascheren Sättigungsgefühl und gesteigertem Energieverbrauch führt.

Kein Appetitzügler

"Reductil® ist aber kein Appetitzügler, sondern normalisiert das Essverhalten der Patienten", erklärte der Geschäftsführer der EBEWE Arzneimittel GmbH Dr. Jan Schmidt-Brand bei einer Pressekonferenz im Rahmen der Einführung von Reductil®, das seit 23. April 2001 in Österreich zugelassen ist. Eine dauerhafte Gewichtskontrolle ist in der Regel nur durch ein individuelles Gewichtsmanagement zu erreichen. Sibutramin soll deshalb in ein umfassendes Begleitprogramm mit Ernährungs-, Verhaltenstherapie und körperliche Aktivität integriert werden. Schmidt-Brand: "In Österreich wird ein Programm unter dem Namen ReducTeam angeboten."

Teil des Konzeptes ist die Ausbildung von ReducTeam-Ärzten, die ihre Patienten ergänzend zur Behandlung mit Reductil® bei der Gewichtsreduktion und Lebensstil-Umstellung unterstützen sollen.

"Langfristiges Ziel wäre ein Netzwerk an ReducTeam-Ärzten und -Zentren in Österreich. Die speziell ausgebildeten Mediziner sollen begleitende Funktion haben. Das Programm an sich sollte vom Patienten zu Hause nach Schulung und konkreten Zielvereinbarungen selbständig durchführt werden können", so Schmidt-Brand. "Die Adipositas ist seit 1985 von der WHO als Krankheit anerkannt und derzeit als Body-Maß-Index (BMI) über 30 kg/m2 definiert", berichtete Prof. Dr. Bernhard Ludvik, Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel, AKH Wien und Präsident der Adipositas-Gesellschaft.

Zahl der Adipösen steigt

Ludvik: "In Österreich leiden rund 11 Prozent der Bevölkerung an krankhaftem Übergewicht. In 10 Jahren stieg der Anteil der Adipösen hier um mehr als 20 Prozent. Ein hoher BMI gilt als unabhängiger Risikofaktor für zahlreiche Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ II, Hypertonie, Fettstoffwechselstörungen, koronare Herzkrankheit, Arteriosklerose und deren Folgeerkrankungen, Gallensteine, Malignome, Gicht und degenerative Erkrankungen." "Viele Patienten, die zu uns kommen, haben schon mehrere erfolglose Gewichtsreduktionsversuche hinter sich", weiß Prof. Dr. Günter J. Krejs, Vorstand der Medizinischen Universitätsklinik Graz. Am Beispiel einer 28-jährigen Patienten dokumentierte Krejs den oft über Jahre verlaufenden Leidensweg. Sibutramin macht Hoffnung: Die vorgestellte Patientin konnte mit einer Therapie von 10mg Reductil® täglich ihr Gewicht in 6 Monaten von 94kg auf 72kg reduzieren und seither weitere 6 Monate halten.

Krejs: "Die Nebenwirkungen unter Reductil® sind gering und nicht besorgniserregend. So kann es unter Sibutramin zu einer mäßigen Blutdrucksteigerung und Erhöhung der Herzfrequenz kommen. Zu Beginn der Therapie können kurzfristig Mundtrockenheit, Schlafstörungen, Obstipation oder Kopfschmerzen auftreten." Prof. Dr. Michael Kunze, Vorstand des Institutes für Sozialmedizin der Universität Wien, sieht das Problem der Adipositas auch als Nebenwirkung unseres Wohlstandes: "Reductil® kann bei der Bewältigung einen wesentlichen Beitrag leisten. Mit dem ReducTeam-Konzept wird ein sehr anspruchsvolles Programm vorgegeben, das den Einsatz von Sibutramin begleiten soll. In der Einrichtung einer Reductil-Ambulanz sehen wir einen weiteren Schritt zur Etablierung einer Lebensstilmedizin, die verstärkt auf Prävention und Betreuungskonzepte ausgerichtet ist."

Quelle: Pressegespräch am 3. Mai 2001

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