zur Navigation zum Inhalt
 
Innere Medizin 30. Juni 2005

Frauen wollen keine dicken Männer

Im Auftrag von Roche Austria hat das Wiener Meinungsforschungsinstitut Fessel + GfK eine repräsentative Umfrage über die Einstellung von Frauen gegenüber adipösen Männern durchgeführt. Drohende Erkrankung ist oft keine ausreichende Motivation für nachhaltiges Abnehmen. 

Die Studie soll der emotionalen Motivation dienen und so dem Adipösen den Gang zum Arzt erleichtern. Die Ergebnisse zeichnen kein gutes Bild von dicken Männern: Sie sind für Österreichs Frauen mehrheitlich unattraktiv und unsympathisch. Nur 3 Prozent finden sie attraktiv, nur 15 Prozent finden sie sympathisch. Als Konsequenz würden die meisten Frauen die Übergewichtigen zu gesunder Ernährung und Sport animieren, sie über die Gefahren des Übergewichtes aufklären oder sie zum Arzt schicken

Gemeinsame Aktivitäten eingeschränkt

Weitere Aussagen der wenig schmeichelhaften Ergebnisse: Rund ein Fünftel empfindet adipöse Männer als krank, ein weiteres Fünftel als abstoßend. Für eine Beziehung - welcher Art auch immer - mit einem Schwergewicht könnten sich gerade noch 18 Prozent der Österreicherinnen erwärmen. Auch andere mögliche gemeinsame Aktivitäten sehen die Frauen eher eingeschränkt: Gerade noch ins Kino oder in die Oper würden 54 Prozent der Frauen mit einem dicken Mann gehen. Zu einer Party würden ihn nur 33 Prozent mitnehmen. 50 Prozent bezeichnen übergewichtige Männer zumindest als "gemütlich".

Bei den Möglichkeiten, Gewicht zu reduzieren wissen Frauen sehr gut Bescheid. Gesunde und kalorienreduzierte Ernährung wird von der überwiegenden Mehrheit genannt (91 Prozent). Auch dass Sport und Bewegung beim Abnehmen helfen, ist 88 Prozent der Frauen bewusst. Mit einer ärztlichen Therapie dürften ebenfalls schon viele gute Erfahrungen gemacht haben: immerhin 59 Prozent der Frauen würden diese Maßnahme dicken Männern empfehlen, 40 Prozent würden sie konkret zum Arzt schicken. 

Neue Studienergebnisse zu Orlistat

Für den lokal im Darm wirkenden Lipasehemmer Xenical® (Orlistat) liegen aktuelle Studienergebnisse vor, die am Kongress der North American Association for the Study of Obesity (NAASO) im Oktober in Quebec, Kanada, vorgestellt wurden. In einer internationalen multizentrischen Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Hermann Toplak, Karl-Franzens-Universität Graz, werden 430 Patienten mit einem Ausgangs-BMI von 37.3 mit kalorienreduzierter Ernährung und 3x täglich 120mg Orlistat (Xenical®) über 12 Monate behandelt. 83 Prozent der Patienten konnten in der noch laufenden Studie nach 12 Wochen eine Gewichtsreduktion von durchschnittlich 8 kg erzielen.

Nicht nur psycho-soziale Aspekte sind zur Motivation adipöser Patienten wichtig, sondern auch spürbare Ergebnisse in einem absehbaren Zeitraum. Deshalb war es für die Patienten in der Studie besonders motivierend, dass sie bereits in den ersten vier Wochen durchschnittlich 4 kg abgenommen haben. Zusätzlich motivierend wirkte sich für die Patienten eine Reduktion des Hüftumfangs von 6.3 cm nach 12 Wochen aus. Aus medizinischer Sicht besonders interessant sind die Reduktion des BMI um 2,9 und der Blutdruckwerte um 3 mmHg diastolisch und 4,3 mmHg systolisch. "Rascher Gewichtsverlust bedeutet nicht nur einen großen Nutzen für die kardiovaskulären Parameter, sondern auch höchste Motivation für den Patienten", so Toplak. Mit Xenical® wurden weltweit bereits mehr als 10 Millionen Patienten behandelt. 

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben