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Innere Medizin 30. Juni 2005

Aus dem Merkblatt des Robert Koch Institutes

Milzbrand in Kürze:
Bacillus anthracis ist ein grampositives Bakterium, das sehr widerstandfähige Sporen bildet. Es kommt vor allem als Erreger bei pflanzenfressenden Tieren vor. Ein Infektionsrisiko besteht seit jeher bei Personen, die mit infizierten Tieren zu tun haben. Inkubationszeit: 1 bis 7 Tage

Hautmilzbrand:
Erreger dringen über kleine Verletzungen der Haut in den Organismus ein. Bei der Eintrittsstelle entsteht eine rasch fortschreitende Entzündung in Form einer Papel mit Rötung und Schwellung. Binnen 2 bis 6 Tagen wird daraus ein mit schwärzlichem Schorf bedecktes nicht schmerzendes Geschwür (Milzbrandkarbunkel). Dazu kommen hohes Fieber, Benommenheit bis hin zur eventuellen Sepsis. Unbehandelt ist Hautmilzbrand in 5 bis 20% der Fälle letal. Therapie: Penicillin

Lungenmilzbrand:
Erreger (Sporen)-hältige Stäube werden eingeatmet. Hier entsteht eine akute Atemwegsinfektion, die zur schweren Lungenentzündung mit hohem Fieber, Schüttelfrost und blutigem Husten führt. Typisch ist eine radiologisch erkennbare mediastinale Verbreiterung. Eine sehr frühe Therapie ist unbedingt notwendig, da sich die Krankheit rasch ausbreitet. Therapie: Ciprofloxazin, Doxycyclin oder Amoxicillin

Darmmilzbrand:
Nach dem Verzehr von Fleisch erkrankter Tiere. Die seltenste Form des Milzbrandes führt zu Bauchschmerzen, blutigen Durchfällen und Bauchfellentzündung bis hin zu Herz-Kreislauf-Versagen. Therapie: Wie bei Lungenmilzbrand

Direkte Milzbrandübertragung von Mensch zu Mensch findet in der Regel nicht statt. Quarantäne erkrankter oder exponierter Personen ist NICHT notwendig.

Quelle: www.rki.de/GESUND/GESUND-BT.htm 

Thomas Hofmann, Ärzte Woche 38/2001

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