zur Navigation zum Inhalt
 
Innere Medizin 1. Juni 2006

Zylinderepithel-Ösophagus: Was es ist und was er uns sagt

GRUNDLAGEN: Definition und Bedeutung des Zylinderepithel-Ösophagus hat sich seit der Erstbeschreibung 1953 oft geändert. Es wurden verschiedene Definitionen des Ösophagus-Magen-Übergangs verwendet, wobei nicht ganz klar war, wo eigentlich der Ösophagus endet und der Magen beginnt. Die gegenwärtig akzeptierte Definition des Ösophagus-Magen-Übergangs ist das Ende des tubulären Ösophagus und der proximale Beginn der Magenfalten. Kardia Mukosa wird daher teilweise als metaplastisches Epithel und teilweise als normales Epithel des proximalen Magens angesehen. METHODIK: Diese Übersicht analysiert die relevante Literatur zur Definition des Übergangs Ösophagus – Magen, Zylinderepithel – Ösophagus, mit Berücksichtigung der Histologie. Ziel der Analyse ist es, die echte Ösophagus-Magen-Grenze zu definieren. ERGEBNISSE: Die echte Ösophagus-Magen-Grenze findet sich häufig distal des Endes des tubulären Ösophagus und des Beginns der gerundeten Schleimhautfalten. Die Definition der wirklichen Mukosa-Grenze Ösophagus – Magen wird erst durch die submukösen Drüsen möglich. Über den submukösen Drüsen findet sich sogenannte Kardia-Mukosa mit oder ohne intestinaler Metaplasie. Unterhalb oxyntischer (= Säure bildender) Mukosa des Magens finden sich nie submuköse Drüsen. Diese Daten lassen vermuten, dass die echte Ösophagus-Magen-Grenze histologisch nur durch die proximale Grenze der oxyntischen Mukosa definiert werden kann. Kardia-Mukosa mit und ohne intestinaler Metaplasie ist ZylinderepithelÖsophagus. Der distale Anteil des durch Reflux geschädigten Zylinderepithel-Ösophagus dilatiert und wirft dadurch Falten, die mit Magenfalten verwechselt werden. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die korrekte Definition des Übergangs Ösophagus-Magen erlaubt genaue Definitionen für die Refluxerkrankung (Reflux-Karditis), die Schwere der Refluxschädigung zu erheben (Länge des ZylinderepithelÖsophagus) und das Risiko abzuschätzen, ein Refluxinduziertes Adenokarzinom zu entwickeln. Das geschieht mit Hilfe histologischer Kriterien, welche den klinischen Kriterien der Refluxkrankheit überlegen sind.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben