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Innere Medizin 30. Juni 2005

Das Melanom:  Risikofaktoren, Entstehung, Früherkennung

Das Melanom der Haut steht in Statistiken, die das Basalzell- und das Plattenepithelkarzinom der Haut außer Acht lassen, an sechster Stelle der häufigsten Karzinomerkrankungen bei den Männern bzw. an siebter Stelle bei den Frauen.

Frühdiagnose wichtig

Die Mehrheit der Melanompatienten weist heute bei Diagnosestellung Melanome mit einer Tumordicke unter 0,75 mm auf. Die Prognose in diesen Fällen ist sehr gut: bei Patienten, deren Erkrankung nach Primärversorgung nicht weiterschreitet, liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei 95%. Bei regionaler oder Fern-Metastasierung bei Diagnosestellung ist die Prognose sehr viel ungünstiger.

Berwick et al. konnten nachweisen, dass die Selbstuntersuchungen der Haut die Melanom-Morbidität und -Mortalität verringern können. Insbesondere dem familiären Umfeld kommt eine besondere Bedeutung zu: Eigene Untersuchungen, dass 83% der Männer wegen eines auffälligen Muttermals zum Arzt gegangen waren, weil ihre Frauen sie dazu gedrängt hatten.

Hingegen waren nur 48% der Frauen von ihrem Mann auf das Muttermal aufmerksam gemacht geworden. Die Differenz kann sowohl durch die möglicherweise bewusstere Körperwahrnehmung bei Frauen als auch durch die geschlechtstypischen Lokalisationen erklärt werden. Das Melanom ist bei Männern häufiger am Rücken lokalisiert, während es bei Frauen vor allem an den unteren Extremitäten auftritt.
Frauen sind also eine wichtige Zielgruppe für Präventionsmaßnahmen: Sie sind darauf hinzuweisen, dass sie ihre Partner und Kinder regelmäßig untersuchen sollten. Unsere Erfahrung zeigt, dass sich mittels Plakaten sehr gut vermitteln lässt, worauf Laien achten sollten.

Risikofaktoren

In den letzten Jahren konnten in epidemiologischen Studien deutliche Zusammenhänge zwischen dem Melanomrisiko und dem Ausmaß der möglichen Sonnenexposition gefunden werden.Intermittierend sonnenexponierte Körperteile sind häufiger betroffen. Intermittierende Sonnenexposition (Urlaub!), Sonnenbrand induzierende UV-Exposition und Sonnenbrände im Kinder- und Jugend-, aber auch im Erwachsenenalter wurden als Risikofaktoren beschrieben.

Elwood gibt jedoch zu bedenken, dass Sonnenbrände hier eher als Synonym für exzessives akutes Sonnenverhalten gelten mögen, denn als spezifische Faktoren bei der Melanomentstehung.
Eigene Daten bestätigen, dass intermittierende UV-Exposition vor dem zwölften Lebensjahr sowie intermittierende Sonnenexposition 20 Jahre vor der Melanomentstehung wichtige Risikofaktoren für eine Melanomerkrankung sind. Gleiches gilt für Sonnenbrände in jedem Lebensalter.

Hinsichtlich des Melanomrisikos durch berufliche Sonnenexposition wird eher von protektiven Effekten berichtet. Unsere Daten bestätigen dies: Für Menschen mit regelmäßiger beruflicher Sonnenexposition fand sich für den Zeitraum bis zum zwölften Lebensjahr wie auch 20 Jahre vor dem Auftreten des Melanoms ein verringertes Risiko, an einem Melanom zu erkranken.
Doch: Für Menschen, die regelmäßig im Freien arbeiten, könnte sich dafür das Risiko erhöhen, ein Basalzell- oder Plattenepithelkarzinom zu entwickeln.

Autor: Dr. PETER KASKEL et al., Universitätsklinikum, Abt. Dermatologie, 89070 Ulm
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Quelle: Der Deutsche Dermatologe 6/2001

Dr. PETER KASKEL et al., Ärzte Woche 27/2001

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