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Foto: Privat
Prof. Dr. Hellmut Samonigg Vizepräsident der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie
 
Innere Medizin 15. Juni 2009

11. Weltkongress für Psychoonkologie tagt in Wien

Zentralthema: Beitrag der Psyche im Gesamtgeschehen der Krankheit.

„Krebs und Psyche“ – „Was KrebspatientInnen brauchen“, „Krebs und Depression – Wege aus der Dunkelheit“ oder „Aufgeben tut man einen Brief“ – „Wenn Eltern an Krebs erkranken“ – wichtige Themen dieser Art werden am Weltkongress für Psychoonkologie vom 21. bis 25. Juni in Wien diskutiert.

 

Die Besonderheit der Veranstaltung: Sie dient nicht nur dem Erfahrungsaustausch führender internationaler ExpertInnen, sondern hat erstmals auch einen eigenen Tag im Programm, der den PatientInnen gewidmet ist.

Diagnose wird als existenzielle Bedrohung erlebt

Prof. Dr. Hellmut Samonigg, Vizepräsident der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie, der gemeinsam mit der Obfrau der Österreichischen Plattform für Psychoonkologie und leitenden klinischen Psychologin an der Onkologie Graz, Elisabeth Andritsch, diesen Weltkongress nach Österreich gebracht hat, betont: „Wir behandeln bei diesem Kongress die zentrale Frage, welchen Beitrag die Psyche der krebskranken Patientinnen und Patienten im Gesamtgeschehen dieser Krankheit leistet, deren Diagnose nach wie vor als existenziell bedrohlich erlebt wird.“

Erstmals mit PatientInnentag

Dieser Aspekt wird insbesondere im Mittelpunkt des PatientInnentages stehen, der am 21. Juni von 12.30 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt im Austria Convention Center, Wien, stattfinden wird. Erfahrene Fachleute werden Referate zu den wichtigsten Anliegen von KrebspatientInnen halten und auch konkrete Ratschläge geben, mit welchen Maßnahmen man die Lebensqualität trotz der Krankheit verbessern kann.

Diskussion über Bedeutung sozioökonomischer Faktoren

Der wissenschaftliche Teil der Großveranstaltung, zu der sich weltbekannte Forscher und Klinker aus dem Bereich der Psychoonkologie angesagt haben, wird sich vor allem mit den Zusammenhängen zwischen sozioökonomischen Faktoren, der Entstehung von Krebs und dem Verlauf der Krankheit befassen. Diskutiert wird diese brisante Thematik unter dem provokanten Titel „Ist Krebs eine Krankheit der Armen?“. Dazu wird auch debattiert, welche Maßnahmen erforderlich sind, um mit einem gesunden Lebensstil die Krebsheilung und -prognose positiv beeinflussen zu können.

Breiten Raum in der wissenschaftlichen Diskussion werden aktuelle Forschungsergebnisse einnehmen. Dabei geht es insbesondere um die Frage, welche durch die Krankheit verursachten Belastungen sich auch auf die Gesundheit der Angehörigen und vor allem auf die in der Onkologie tätigen Berufsgruppen auswirken.

Prominenter Gast berichtet aus eigener Erfahrung

Den Schlusspunkt des Weltkongresses (Donnerstag, 25. Juni, 15.00 Uhr, öffentlich) wird ein prominenter Gast setzen, der aus eigener Erfahrung über die emotionale und spirituelle Betroffenheit sowie über die mit der Behandlung einhergehenden körperlichen Begleiterscheinungen berichten kann: Es ist der über die Grenzen des Landes hinaus bekannte Regisseur, Autor und Aktionskünstler Prof. Christoph Schlingensief, bei dem im Jahr 2008 die Diagnose Lungenkrebs gestellt wurde. Schlingensief hat seine Teilnahme zugesagt, wenn es sein Gesundheitszustand zulässt.

Kasten:
Informationen zum Kongress
IPOS 11th World Congress of Psycho-Oncology 21.-25. Juni 2009, Austria Convention Center, Wien http://www.ipos-society.org/ipos2009/
PatientInnentag im Rahmen des IPOS 11th World Congress of Psycho-Oncology 21. Juni 2009, 12.30 bis 18.00 Uhr, Austria Convention Center, Wien www.oeppo.com
Für Rückfragen: Mag. Brigitte Grobbauer, Tel.: 0664/5440807, E:

Von Dr. Monika Steinmaßl-Wirrer, Ärzte Woche 24 /2009

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