zur Navigation zum Inhalt
Foto: istock
Berlin als Krongressstadt: Der Reichstag
Foto: istock

Besonders unangenehm: Immer wiederkehrende Gichtattacken

 
Innere Medizin 4. Juli 2012

Gichttherapie: Harnsäurespiegel unter die Sättigungsmarke senken

Bei rezidivierenden Attacken Harnsäurewerte unter 6 mg/dl senken

Bei Gicht sollten die Harnsäurespiegel im Serum deutlich reduziert werden, möglichst auf Werte unter 6 mg/dl. Einfach erreichen lässt sich dieses Ziel mit Febuxostat, auch bei niereninsuffizienten Patienten.

Gicht, die häufigste entzündliche Arthritis in Industrieländern, wird oft nur ungenügend behandelt. Ziel der Therapie muss es laut Professorin Dr. Geraldine McCarthy, Dublin (Irland), sein, den Harnsäurespiegel im Serum unter die Sättigungsmarke zu senken. „Das ist der Eckpfeiler der Therapie.“ Für Patienten mit wiederkehrenden Gichtattacken, Tophi, chronischer Arthropathie sowie für Patienten, die bereits Nierensteine entwickelt haben, nannte sie einen Zielwert ≤ 6 mg/dl. Die Relevanz dieses Cut-off-Wertes untermauerte sie mit den Ergebnissen einer Studie, nach der Patienten mit höheren Spiegeln sechs Attacken pro Jahr hatten. Bei niedrigeren Spiegeln trat dagegen pro Jahr nur eine Attacke auf.

Mit Febuxostat Zielwert häufiger erreichen

Am häufigsten wird zur Senkung der Harnsäurespiegel der nicht-selektive Xanthinoxidaseinhibitor (XOI) Allopurinol eingesetzt. Bis zu 20 % der Patienten entwickeln allerdings Nebenwirkungen, 5 % brechen die Therapie ab. Alternative ist der selektive XOI Febuxostat (ADENURIC®), mit dem sich auch der geforderte Zielwert häufiger erreichen lässt.

EXCEL-Studie

In der offenen Extensionsstudie EXCEL*, die Allopurinol und Febuxostat verglich, konnten Harnsäurespiegel unter 6 mg/dl mit Febuxostat deutlich häufiger erreicht werden, nämlich bei 81 % der Patienten, die Febuxostat 80 mg/d erhielten und bei 87 % der Patienten, die 120 mg/d erhielten (Allopurinol 300 mg/d: 46 %). Überlegen ist Febuxostat auch bei Patienten mit Nierenschwäche, wie eine Post-hoc-Analyse der CONFIRMS**-Studie bei älteren Patienten (≥ 65 Jahre) mit leichter bis moderater renaler Insuffizienz zeigte. Mit Febuxostat 80mg/d ließen sich bei 79 % der Patienten mit moderater Nierenschwäche Harnsäurewerte unter 6 mg/dl erreichen, mit Allopurinol 200/300 mg/d gelang dies nur bei 37 %. Bei leichter Nierenschwäche lagen die entsprechenden Werte bei 89 % und 62 %. Dr. Thomas Bardin, Professor für Rheumatologie an der Universität Paris, betonte zudem, dass bei Febuxostat für Gichtpatienten mit leichter bis moderater Niereninsuffizienz keine Dosisanpassung notwendig ist.

Quelle:

Satellite Symposium (Veranstalter: Menarini Pharma GmbH) „Gout: the most curable joint disease is the worst treated“, Berlin 6. Juni 2012

* Febuxostat Comparative Extension Long-term-study

** Confirmation of Febuxostat in Reducing and Maintaining serum urate

B. Fessler, rheuma plus 2/2012

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben