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Innere Medizin 26. Mai 2009

Musizieren hilft bei der Asthma-Kontrolle

Das Spielen eines Blasinstrumentes kann die Exazerbationsrate bei Kindern reduzieren.

Viele Eltern asthmakranker Kinder befürchten, dass das Musizieren auf einem Blasinstrument die Atemwege zu sehr beanspruchen und das Asthma verschlechtern könnte. Das Gegenteil ist der Fall, wie durch eine Reihe von Studien belegt wird.

Kinder mit Asthma könnten – begleitend zu ihrer medikamentösen Therapie – mit dem Spielen eines Blasinstruments gleich zwei positive Effekte auf einmal erzielen: Sie könnten zum einen durch das Musizieren ihre Lungenfunktion und Leistungsfähigkeit stärken. Eine Studie hat beispielsweise ergeben, dass sich bei asthmatischen Kindern, die regelmäßig Blasinstrumente spielen, die Lungenfunktion im Vergleich zu Nichtbläsern binnen eines Beobachtungszeitraums von zwei Jahren deutlich gebessert hat (Pulmologe 62, 2008, 83).

In einer weiteren Studie konnte nachgewiesen werden, dass asthmakranke Kinder, die auf einem Blasinstrument musizierten, seltener Exazerbationen hatten als Nichtbläser. Außerdem wirkte sich das Musizieren günstig auf die Psyche der Kinder aus, wodurch sie wiederum ihre Krankheit besser bewältigten. „Ein weiterer positiver Effekt ist, dass sich durch Asthma bedingte Skelettverformungen wie die sogenannte Trichterbrust bei jugendlichen Blasmusikern über einen längeren Zeitraum teilweise wieder zurückbilden können“, betont Dr. Michael Kreuter, Facharzt für Lungenheilkunde an der Thoraxklinik in Heidelberg. Die Effekte werden vermutlich durch das Training der Atemmuskulatur und des Atemflusses erzielt. Als am besten geeignet erweisen sich hohe Blasinstrumente wie Trompete, Klarinette oder Oboe. Denn diese Instrumente erfordern relativ hohe Anblasdrücke, um einen Ton zu erzeugen. Dadurch wird ein größerer Trainingseffekt auf die Atemmuskulatur erzielt als mit tiefen Blasinstrumenten.

Didgeridoo bei Schlafapnoe

Eine weitere Studie zeigt auf, dass auch das Didgeridoo zu Therapiezwecken bei chronischen Atemwegs-erkrankungen geeignet ist. Mit dem Instrument der nordaustralischen Ureinwohner sei die Behandlung von Atemaussetzern im Schlaf, der sogenannten Schlafapnoe, vorstellbar. „Das Spielen auf diesem obertonreichen Blasinstrument ist ein ausgezeichnetes Training für die Hals-, Mund- und Atemwegsmuskulatur“, sagt Kreuter. Durch tägliches Spielen könnten Betroffene ihre Tagesmüdigkeit sowie die Häufigkeit von Atemaussetzern im Schlaf verringern.

Neben der physiologischen Wirkung habe die Blasmusik-Therapie auch psychologischen Nutzen: Jugendliche Patienten, die musizieren und Spaß an der Beherrschung ihres Instruments zeigen, sind laut Kreuter emotional deutlich leistungsfähiger.

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