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Innere Medizin 1. März 2009

Perforation eines Sigmadivertikels durch einen Hühnerknochen in die rechte Leiste mit nachfolgender Bauchdeckenphlegmone

Die Prävalenz von Kolondivertikel ist hoch in westlichen Ländern und etwa 80% der Patienten mit Divertikulitis sind älter als 50 Jahre. Das Colon sigmoideum und descendens sind am häufigsten befallen. Die klinische Manifestation reicht von asymptomatischen Divertikula bis zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie die Perforation von Divertikula mit nachfolgender Peritonitis. In einem geringen Prozentsatz der Patienten kann das Verschlucken eines Fremdkörpers eine Sigmadivertikel Perforation verursachen. Das Verschlucken von Fremdkörpern wie Hühnerknochen, Fischknochen, Zahnstocher und Zahnersatzteilen hat gewöhnlich keine Konsequenzen und nur in 5% der Fälle muss chirurgisch interveniert werden. Meistens merken die Patienten nicht, das Sie einen Fremdkörper verschluckt haben und die Ursache für das Akute Abdomen und Darmperforation wird erst intraoperativ oder im Rahmen der histologischen Aufarbeitung entdeckt. Wir berichten über eine 82-jährige Frau mit Perforation eines Sigmadivertikels in die rechte Leiste mit nachfolgender Bauchdeckenphlegmone. Eine Operation nach Hartmann mit Nekrektomie der Bauchdecke wurde durchgeführt. Die histopathologische Aufarbeitung fand einen Hühnerkochen im perforierten Sigmadivertikel. Bei älteren Patienten mit Divertikulitis und Abszess bzw. Perforation muss die Möglichkeit einer Fremdkörperingestion ursächlich in Betracht gezogen werden.

Peter Kornprat, Cord Langner, Darius Mohadjer, Hans J. Mischinger, Wiener klinische Wochenschrift 5-6/2009

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