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Innere Medizin 1. März 2009

Kardiovaskuläre Risikofaktoren und Primärprävention von postmenopausalen Frauen: Die MENOCARD Studie

ZIEL: Unser Ziel war es, den Nutzen eines Screenings auf kardiovaskuläre Risikofaktoren sowie den Effekt der Anwendung professioneller Leitlinien zur Risikoreduktion bei postmenopausalen Frauen entsprechend dem Framingham und dem Hoch-Risiko "Systemic Coronary Risk Evaluation (SCORE)" zu überprüfen. METHODIK: Von 18 an der Studie teilnehmenden Menopause-Kliniken in Ungarn wurden 2789 Patienten rekrutiert. Die Ärzte wurden aufgefordert, entsprechend den professionellen Leitlinien zur Primärprävention kardiovaskulärer Erkrankungen bei diesen Patienten vorzugehen. Die Patienten wurden gebeten, ein Jahr lang alle vier Monate zur Kontrolle zu erscheinen. ERGEBNISSE: Das mittlere Alter der Patientinnen war 56,7 ± 6,9 Jahre. Die letzte Menstruation lag im Mittel 9,2 ± 7,2 Jahre zurück. 29,4% der Patientinnen erschienen zumindest zu einer Kontrolluntersuchung. Bei der Erstuntersuchung wurden hohe (> 5 mmol/L) Gesamt-Cholesterinwerte bei 78%, hohe Triglyzeridwerte (> 1,7 mmol/L) bei 29%, ein hoher systolischer und/oder diastolischer Blutdruck (> 140/90 mmHg) bei 32%, Nüchternblutzuckerwerte > 6,1 mmol/L in 15%, sowie ein erhöhter Taillenumfang (> 88 cm) bei 85,8% der Patienten erhoben. 18,3% der Patientinnen waren und blieben Raucher. Nach 12 Monaten besserten sich alle Laborparameter und der Blutdruck signifikant. Sowohl die Beurteilung sowohl durch das Framingham System als auch durch das SCORE System ergaben eine deutliche Besserung im kardiovaskulären Risikostatus. Die Anzahl der Patientinnen mit einem metabolischem Syndrom sank bis zum Ende der Studie signifikant. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Ein Screening von postmenopausalen Frauen auf kardiovaskuläre Risikofaktoren, sowie die Anwendung professioneller Leitlinien zur Primärprävention kann das Risiko einer koronaren Herzerkrankung signifikant reduzieren. Die Compliance der Patientinnen, bei den Kontrollen zu erscheinen, muss aber unbedingt erhöht werden.

Zoltan Vajo, Nandor Acs, Karoly Toth, Elek Dinya, György Paragh, Albert Csaszar, Wiener klinische Wochenschrift 5-6/2009

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