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Innere Medizin 3. Mai 2012

Kidney injury molecule-1

Neuer Biomarker ermöglicht Prognose bei Herzschwäche.

Der neuer Biomarker KIM-1 (Kidney injury molecule-1) soll bei Herzschwäche-Patienten eine Prognose der Sterblichkeit ermöglichen. KIM-1 korreliert mit dem Schweregrad der Herzinsuffizienz (HI), hat einen prognostischen Wert bezogen sowohl auf die Gesamtmortalität als auch auf einen kombinierten Endpunkt aus Gesamtmortalität und Rehospitalisationsrate. Das berichtete Dr. Carsten Jungbauer, Regensburg, auf der 78. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie.

 

Patienten mit chronischer HI weisen oft auch eine Dysfunktion der Nieren auf. Dieses kombinierte Auftreten einer kardialen und renalen Funktionsbeeinträchtigung wird auch als kardiorenales Syndrom (CRS) bezeichnet. „Trotz der starken Interaktion zwischen Herz und Niere ist jedoch die Pathophysiologie des CRS noch weitgehend unverstanden“, so Jungbauer. „ Ziel der Studie war, den prognostischen Wert des neuen renalen Biomarkers KIM-1 bei einer Folgeuntersuchung nach drei Jahren zu belegen.“ KIM-1 wurde im Urin von 225 Individuen bestimmt, davon 150 Patienten und 75 Herz- und Nierengesunden.

„Im Gegensatz zu Kreatinin, das mehr eine Aussage über die glomeruläre Filtration als die tubuläre Sekretion zulässt, spiegelt eine erhöhte KIM-1-Konzentration im Urin eher eine tubuläre Schädigung wider. Weder Kreatinin noch die Albumin-zu-Kreatinin-Ratio zeigten im vorliegenden Kollektiv eine Korrelation zum Schweregrad der Herzinsuffizienz – im Gegensatz zu KIM-1“, so Jungbauer. „Diese Daten können in die Richtung gedeutet werden, dass bei chronischer Herzinsuffizienz eine tubuläre einer glomerulären Schädigung vorausgeht. Im Verlauf sollte in größeren Studien der diagnostische als auch prognostische Wert von KIM-1 als Marker des kardiorenalen Syndroms untersucht werden.“ (Anm.: Mit Hilfe der tubulären Sekretion wird hauptsächlich die schnelle Ausscheidung von körperfremden Stoffen gewährleistet, aber auch gewisser körpereigener Abbauprodukte. Die glomeruläre Filtrationsrate spiegelt die Funktionsfähigkeit der Nieren wider und hat große diagnostische Bedeutung.) FH

 

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK)

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