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Innere Medizin 3. Mai 2012

Prognose mittels Magnetresonanz-Tomografie

Mit der kardialen Stress-MRT lässt sich voraussagen, welcher Patient zum Herzkatheter geschickt werden muss und welcher mit Medikamenten behandelt werden kann.

Die Magnetresonanz-Tomographie (MRT) liefert zunehmend wertvolle Informationen für die Herz-Medizin, indem sie z. B. das individuelle Risiko eines Herzinfarkts vorherzusagen vermag. „Das ist besonders bei Patienten von Bedeutung, die bei einer konventionellen Ergometrie nicht ausreichend belastet werden können. Das ist nicht nur bei schwer Herzkranken der Fall, sondern auch bei Personen mit Gelenksproblemen. Also bei vielen, primär älteren Menschen“, sagte Dr. Sebastian Kelle vom Deutschen Herzzentrum Berlin im Rahmen der 78. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie.

 

Mit der kardialen MRT ist es möglich, den Herzmuskel im gesunden Zustand sowie in verschiedenen Erkrankungsstadien sichtbar zu machen, auch unter Belastung. Weil sich der Patient im MRT-Gerät nicht bewegen kann, wird diese während der MR-Untersuchung durch ein Medikament simuliert. Kelle: „Ziel unserer Studie mit mehr als 3.000 Teilnehmern war es nicht, die Genauigkeit der Methode zu beweisen, vielmehr wollten wir wissen, ob wir uns auf die Prognosen, die wir anhand der MRT-Untersuchungen treffen, verlassen können.“

Kosten sparen

Die kardiale Stress-MRT kann auch helfen, Kosten zu sparen. Kelle: „Wir können mit dieser Methode sehr sicher sagen, welchen Patienten man zum Herzkatheter schicken muss und wen man guten Gewissens konservativ behandeln kann.“ Damit werden verzichtbare Katheter-Untersuchungen und -Interventionen eingespart und auch Risken für den Patienten vermindert.

Stärkster Prädiktor

Die Studienteilnehmer wurden mit Hilfe eines standardisierten Protokolls auf das Vorliegen von Störungen in den Bewegungen der Herzwand untersucht. Während der folgenden Beobachtungszeit von durchschnittlich 3,3 Jahren wurden 183 (5,8%) kardiale Ereignisse (kardialer Tod oder Herzinfarkt) erfasst. In der Datenanalyse erwies sich das Vorliegen einer belastungsinduzierten Wandbewegungsstörung als stärkster „Prädiktor“. Wurde in der kardialen Stress-MRT unter maximaler Belastung eine normale Wandbewegung des Herzens gesehen, so war das Infarktrisiko in den nächsten drei Jahren mit 0,6 Prozent pro Jahr gering. In den folgenden Jahren wurde ein Anstieg des Risikos auf 3,2 Prozent im sechsten Jahr beobachtet.

Die Daten legen auch nahe, dass die MRT gut geeignet für die Indikationsstellung zur Revaskularisation ist. Kelle: „Jene Patienten, die aufgrund einer unter Belastung nachgewiesenen Wandbewegungsstörung einer Revaskularisation zugeführt wurden, zeigten eine signifikant niedrigere Ereignisrate verglichen mit Patienten, die medikamentös-konservativ behandelt wurden.“

Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass das Risiko bei unauffälliger Stress-MRT über drei Jahre gering bleibt. Die Untersuchung muss also nicht jedes Jahr wiederholt werden. In einer 2011 ebenfalls von Kelle publizierten Studie blieben Patienten, die unter Belastung im MRT keine auffälligen Bewegungen der Herzwand zeigten, zu 96,8% über sechs Jahre frei von kardialen Ereignissen.

 

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK)

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