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Innere Medizin 3. Mai 2012

Reaktive Arthritiden

Bei dickem Knie kann Urinprobe die Diagnose bringen.

Einseitige Arthritiden entstehen oft reaktiv als Folge bakterieller Infektionen. Ein Blick in den Urin hilft in diesen Fällen zwar nicht dem Gelenk, aber mitunter den Patienten.

 

Reaktive Arthritiden werden in unseren Breiten vor allem durch Salmonellen, Yersinien und Chlamydia trachomatis verursacht. Da die Arthritis oft Wochen bis Monate nach der Infektion auftritt, macht eine Erregerdiagnostik in der Regel keinen Sinn.

Zwei Ausnahmen

Doch es gibt zwei Ausnahmen: „Bei einer postenteritischen Arthritis sollte dann und nur dann eine Erregerdiagnostik im Stuhl erfolgen, wenn die Diarrhoe fortbesteht“, sagte Prof. Dr. Lars Köhler von der Rheumatologischen Gemeinschaftspraxis Hannover beim DIGM-Kongress.

Die zweite Ausnahme ist die Urindiagnostik auf Chlamydia trachomatis, die immer dann erfolgen sollte, wenn auch nur die leiseste Möglichkeit einer Urethritis als auslösender Infektion besteht.

Der Grund ist, dass die sexuell übertragbare Chlamydien-Urethritis zur Persistenz neigt und unangenehme Folgen wie etwa Infertilität haben kann. Werden Chlamydien im Urin gefunden, sollten Patient und jeweiliger Partner behandelt werden, entweder mit Azithromycin 1.000 mg einmalig oder zehn Tage lang mit zweimal 100 mg Doxycyclin täglich.

Damit ist die Sache dann auch erledigt. Das geschwollene Gelenk freilich lässt sich dadurch nicht beeindrucken. Es braucht seine Zeit und heilt oft von selbst. Auch monatelange Antibiotikatherapien haben in den meisten Studien bei reaktiver Arthritis bisher nicht überzeugt.

springermedizin.de/gvg

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