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Schlafstörungen und metabolische Erkrankungen – oft verschlimmert das eine das andere.
 
Innere Medizin 5. Mai 2012

Teufelskreis schlechter Schlaf

Schlafstörungen mischen sich oft mit Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Nicht nur mit Blick auf die Tagesmüdigkeit macht es Sinn, bei Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach Schlafstörungen zu fahnden. Internistische Patienten profitieren auch hinsichtlich ihrer Grunderkrankung von verbessertem Schlaf.

„Es gibt praktisch keinen Bereich in der Inneren Medizin, in dem nicht auch Schlafstörungen auftreten könnten“, sagte Prof. Dr. Winfried Randerath vom Krankenhaus Bethanien in Solingen. Besonders relevant sei das Thema Schlafstörungen bei Patienten mit metabolischen Erkrankungen. Hier gebe es geradezu einen Teufelskreis, der dafür sorge, dass sich Diabetes und speziell schlafbezogene Atemstörungen gegenseitig verschlimmerten.

Deutlich wird das bei einem Blick auf die Inzidenzen. Während die Häufigkeit schlafbezogener Atemstörungen in der Allgemeinbevölkerung im unteren einstelligen Prozentbereich liegt, beläuft sie sich bei Diabetespatienten auf 25 bis 40 Prozent.

„Schlafbezogene Atemstörungen sind ungünstig für die Prognose des Diabetes“, so Randerath. Die nächtlichen Arousals führen zu Stressreaktionen, bei denen vermehrt Insulin ausgeschüttet wird. Das steigert die Insulinresistenz und begünstigt so das Fortschreiten des Diabetes. Schlafbezogene Atemstörungen verstärken über einen Anstieg des Sympathikotonus außerdem das Hungergefühl. Die Betroffenen nehmen mehr Nahrung und Energie zu sich. Das begünstigt Fettleibigkeit. Und die wiederum verschlimmert die schlafbezogenen Atemstörungen, was den Teufelskreis schließt.

Ähnliche Zusammenhänge kennen Experten auch zwischen schlafbezogenen Atemstörungen und kardiovaskulären Erkrankungen. Hier existieren auch Interventionsstudien, die den Nutzen einer nächtlichen CPAP-Beatmung belegen. „Ähnlich wie beim Herzinfarkt werden Frauen mit Schlafapnoe aber zu selten diagnostiziert, weil sie eher untypische Symptome haben“, betonte Dr. Michael Arzt vom Universitätsklinikum Regensburg.

springermedizin.de/gvg/FH , Ärzte Woche 18 /2012

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