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Innere Medizin 3. Mai 2012

Fahrfehler vermeiden helfen

Schon im Zirrhose-Frühstadium kann die Fahrtüchtigkeit gemindert sein. Patienten muss vermittelt werden, dass sie sich selbst und andere gefährden, wenn sie ihre Erkrankung ignorieren. Viele Patienten mit Leberzirrhose entwickeln eine hepatische Enzephalopathie. Sie beginnt meist schleichend. Anfangs ist die Konzentration gestört, Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit lassen nach. Oft ist auch die Feinmotorik gestört. „Unsere Studien haben gezeigt, dass Menschen mit hepatischer Enzephalopathie auch häufiger Fahrfehler begehen als andere, jedoch kann im Einzelfall die Fahrtauglichkeit trotzdem erhalten sein“, so Prof. Dr. Dieter Häussinger von der Universität Düsseldorf. „Als Ärzte müssen wir dieses Problem wahrnehmen und den Patienten vermitteln, dass sie sich selbst und andere gefährden, wenn sie ihre Erkrankung ignorieren“, so DGIM-Präsident Prof. Dr. Joachim Mössner. „Wir raten Patienten dringend, die Erkrankung frühzeitig zu behandeln. Eine effektive Therapie ist heute durch Laktulose und Antibiotika möglich“, so Mössner. Laktulose begünstigt das Wachstum von Darmbakterien, die Milchsäure statt Ammoniak produzieren. Laktulose beschleunigt zudem die Darmpassage und führt zu einer osmotischen Diarrhoe. Dadurch bessere sich der Schweregrad der Enzephalopathie. Bei akutem Eiweißanfall im Darm, etwa durch Blutungen, helfen auch Laktuloseeinläufe. „Diese wirken wahrscheinlich eher über das Hervorrufen der Diarrhoe als über Stimulation der Laktobazillen“, so Mössner. Ein Antibiotikum tötet schließlich die schädlichen Darmbakterien gezielt ab. Eine frühe Therapie ist vor allem deshalb wichtig, weil die Hirnschäden oft nicht umkehrbar sind – und auch die Fahrtauglichkeit gehe dauerhaft verloren.

 

springermedizin.de/eb/FH, Ärzte Woche 18 /2012

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