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Innere Medizin 1. März 2009

Der Effekt von einem Jahr ambulanter pneumologischer Rehabilitation auf Patienten mit COPD

HINTERGRUND: Ziel unserer Studie war es, den Effekt von einem Jahr ambulanter wohnortnaher Rehabilitation auf funktionelle Parameter sowie auf die Lebensqualität und Exazerbationsrate bei Patienten mit COPD zu untersuchen. METHODIK: Wir inkludierten 100 Patienten in ein multidisziplinäres Rehabilitationsprogramm, welches sowohl Ausdauer-, Kraft- und inspiratorisches Atemmuskeltraining beinhaltet. Wir führten folgende Messungen vor der Rehabilitation sowie nach sechs und 12 Monaten durch: Spiroergometrie, modifizierter Bruce Test, Kraft der Arme und Beine sowie inspiratorische Atemmuskelkraft. Zusätzlich wurde der Saint Georges Respiratory Questionnaire und die Exazerbationstage ein Jahr vor sowie während der Rehabilitation erhoben. ERGEBNISSE: 100 Patienten (42 f/58 m) mit COPD (COPD IV – N = 36, COPD III – N = 42, COPD II – N = 22), einem mittleren Alter von 60,5 ± 9,6 Jahren, einem BMI von 25,8 ± 6,0 begannen ein pneumologisches Rehabilitationsprogramm über einen Zeitraum von einem Jahr. Die Spiroergometrie (VO2max von 1,1 auf 1,3 l/Min, P < 0.05), der modifizierte Bruce Test (von 13 ± 7 Min auf 18 ± 9 Min; P < 0.001), die Kraft der Arme (von 39,9 ± 3 auf 52,9 ± 8 kg; P < 0.001) und Beine verbesserten sich (von 85,3 ± 45 auf 131,5 ± 57 kg; P < 0.001). Der Maximal inspiratorische Druck stieg von 81,1 auf 108,8 mbar (P < 0.0001). Es kam zu keinen Veränderungen in der FEV1 oder FEV1/FVC, jedoch der Saint Georges Respiratory Questionnaire (Gesamtscore) verbesserte sich von 37,2 ± 3,6 auf 26,5 ± 2,8; P < 0.001. Auch kam es zu einer Reduktion der Exazerbationsraten von 2,8 im Jahr vor der Rehabilitation auf 0,8; P = 0.006) sowie der Hospitalisationstage (von 27,3 auf 3,3, P < 0.001). FOLGERUNGEN: Ein Jahr ambulanter pneumologischer Rehabilitation führt zu einer deutlichen Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität, weiters können die Anzahl der Exazerbationen sowie die Hospitalisationstage reduziert werden.

Ralf H. Zwick, Otto C. Burghuber, Natasa Dovjak, Sylvia Hartl, Wolfgang Kössler, Alfred Lichtenschopf, Rudolf Müller, Hartmut Zwick, Wiener klinische Wochenschrift 5-6/2009

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