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Foto: Privat
Doz. Dr. Burkhard Leeb Vorstand der 1. und 2. Medizinischen Abteilung Landesklinikum Weinviertel Stockerau NÖ Kompetenzzentrum für Rheumatologie, Karl Landsteiner Institut für Klinische Rheumatologie Ordination: 2020 Hollabrunn, Babogasse 20
 
Innere Medizin 7. März 2012

Liebe Leserinnen und Leser

Nun ist es also soweit. Nach einer eher unfreiwilligen Verzögerung halten Sie nun die erste Ausgabe von rheuma plus seit langer Zeit in Händen, die nicht ausschließlich Attila Dunkys Handschrift trägt. In dankenswerter Weise und freundschaftlicher Verbundenheit hat er sich aber bereit erklärt, dem Journal weiter als Senior Editor seine Erfahrung zur Verfügung zu stellen. Daher sei es mir gestattet, zuerst Attila Dunky herzlich für seine jahrelange Tätigkeit als Editor von rheuma plus zu danken und im gleichen Atemzug meiner Freude und Erleichterung Ausdruck zu verleihen, dass er mir weiter mit Rat und Tat zur Seite stehen wird.

Bei aller Erfahrung und Unterstützung ist es eine sehr aufregende Aufgabe, für den Inhalt eines Blattes verantwortlich zu sein. Auf der einen Seite will man Bewährtes nicht verändern, aber doch auch ein bisschen etwas von sich in die Gestaltung einbringen.

So wird Ihnen in diesem Heft hoffentlich eine neue Rubrik positiv auffallen: „Aus der Praxis“. Darin sollen Beispiele für alltägliche diagnostische und therapeutische Probleme gezeigt und auch Lösungsmöglichkeiten angeboten werden, was aber nicht heißt, dass diese allgemeingültig sein müssen. Im Gegenteil, mein Ziel ist es, eine fruchtbringende Diskussion in Gang zu bringen, aus der wir alle Nutzen ziehen können. Daher lade ich Sie herzlich ein, uns Beiträge, sei es für die angesprochene Rubrik, aber auch zu anderen Themen, zu schicken. Selbstverständlich kann nicht für jeden Beitrag eine Garantie auf Publikation abgegeben werden, aber auf einen fairen Review mit entsprechendem Feedback können Sie vertrauen. Wichtig, ja lebenswichtig für jede Disziplin ist positive, lösungsorientierte und Kritik akzeptierende Debatte. Überall, wo nicht diskutiert wird, entsteht Lethargie und schließlich Stillstand. Das kann nicht in unser Aller Sinn sein.

In diesem Sinn befasst sich diese Ausgabe von rheuma plus mit zwei Hauptthemen, die üblicherweise nicht so viel Publicity haben, aber nichtsdestoweniger wichtig für die tägliche rheumatologische Praxis sind. rheuma plus hat es sich ja zur Aufgabe gemacht, den Fokus auf praxisrelevante Themen zu legen.

Den entzündlichen Gelenkerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen sind zwei Übersichtsbeiträge gewidmet, die dazu beitragen sollen, einerseits die frühe Diagnose zu erleichtern und andererseits weiter den möglicherweise noch vorhandenen therapeutischen Nihilismus zu bekämpfen. Wolfgang Emminger und Christian Huemer sei für ihre Bereitschaft zur Mitarbeit herzlich gedankt. Neben ihrer Expertise verkörpern sie auch einen schönen Bogen über ganz Österreich, von Wien bis an den Bodensee.

Zweites Hauptthema dieser Ausgabe stellen die Kollagenosen dar, der Lupus erythematodes und die Sklerodermie. Winfried Graninger widmet sich einem ungeheuer wichtigen und schwierigen Thema, nämlich der Patientenaufklärung. Ich könnte mir vorstellen, dass sein Beitrag in manchen Schreibtischladen – zum raschen Nachschauen – seinen Platz finden wird. Mirko Hirschl behandelt ausführlich einen häufigen Grund für eine rheumatologische Konsultation, nämlich das Raynaud-Syndrom. Vera Ferincz, die ihre rheumatologische Ausbildung in Pecs bei Laszlo Czirjak erhalten hat, beschreibt die rezenten Empfehlungen der EULAR (European League Against Rheumatism) zur Therapie der Systemischen Sklerose, die von jenem Zentrum federführend mitgestaltet wurden. Rheumatologische Erkrankungen sind häufig und die Zuckerkrankheit ist häufig. Was liegt näher für ein Praxisjournal, als über etwaige Interaktionen nachzudenken. Gert Hein aus Jena tut dies für uns auf prägnante Weise.

Und dann gibt es etwas, was wir als praktizierende Rheumatologen häufig erleben: Sieht aus wie Rheuma, ist es aber auch Rheuma? Möglicherweise wären diese Beschwerden ja einer sogenannten Orphan Disease zuzuordnen. Jeanette Wolf hat sich der überaus anspruchsvollen Aufgabe unterzogen, seltene Erkrankungen so darzustellen, dass sie möglichst lange im Gedächtnis bleiben, denn in vielen Fällen ist das Denken an die Möglichkeit bereits die halbe Diagnose.

Zum Abschluss möchte ich der Hoffnung Ausdruck geben, dass Sie in dieser Ausgabe für sich Interessantes finden können, das Ihnen in der Praxis von Nutzen sein kann. Für Kritik, Hinweise, Zustimmung und für jeden anderen Beitrag auch sage ich schon im Voraus Danke.

Herzlichst,

Ihr Burkhard Leeb

 

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