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Innere Medizin 16. April 2009

Alter schützt vor Infektionen nicht

Die Rate an sexuell übertragbaren Erkrankungen hat sich bei Menschen über 45 Jahren in weniger als zehn Jahren verdoppelt, wie eine britische Studie zeigt.

Viele Menschen mittleren Alters haben noch immer eine verantwortungslose Haltung, wenn es um ihre sexuelle Gesundheit geht. Die Royal Pharmaceutical Society of Great Britain (RPSGB) befragte mehr als 2.000 Briten. Fast ein Fünftel der 45- bis 53-Jährigen gab an, in den letzten fünf Jahren ungeschützten Sex außerhalb einer langjährigen Beziehung gehabt zu haben. STIs (Sexually Transmitted Infections) haben sich in weniger als zehn Jahren bei Menschen über 45 Jahren verdoppelt. Sie steigen damit in dieser Altersgruppe rascher an als bei den Jungen.

Ältere Menschen sind immer häufiger Single oder durchleben gerade Veränderungen der Beziehungen. Laut den Studienautoren benutzen sie dabei Kondome nicht konsequent. Ein Grund dafür könnte sein, dass das Risiko einer Schwangerschaft nicht länger besteht. An der aktuellen Befragung nahmen 2.258 Personen über 45 Jahren teil. Ein Viertel der Befragten gab an, dass sie nicht verhüteten, da sie darauf vertrauten, dass ihr Gegenüber gesund sei. Einer von zehn Teilnehmern gab an, Kondome schlicht nicht zu mögen. Fast ein Drittel ging davon aus, dass bei ungeschütztem Sex mit einem neuen Partner oder einem anderen als dem eigenen kaum ein Risiko bestehe sich anzustecken. Weitere 20 Prozent hielten das Risiko für geradezu null. In der Altersgruppe 18 bis 24 Jahre waren nur 13 Prozent, also fast die Hälfte, dieser Ansicht.

Die RPSGB sieht aufgrund dieser Daten dringenden Aufklärungsbedarf, und zwar nicht nur bei Teenager, sondern vor allem auch bei älteren Semestern.

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