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Innere Medizin 8. September 2011

Die USA – von Schmerz geplagt

Schlechte Ausbildung und negatives Image behindern adäquate Behandlung

Die Vereinigten Staaten von Amerika seien eine von Schmerz geplagte Nation, der zu häufig nicht anerkannt und falsch behandelt wird, stellte eine Expertenrunde im vergangenen Sommer fest. Schätzungen gehen davon aus, dass ein Drittel der amerikanischen Bevölkerung an chronischen Schmerzen leidet, das sind mehr als die an Herzkrankheiten, Diabetes und Krebs Erkrankten zusammengerechnet. Und die Zahl der Personen, die an Schmerz leiden, steigt.

„Es ist eine moralische Verpflichtung der Mitarbeiter im Gesundheitsbereich, dieses Thema anzusprechen“, erklärte Myra Christopher, Präsidentin des in Kansas City angesiedelten Zentrums für Praktische Bioethik und Mitglied der Expertenrunde. Eine ausreichende Schmerzbehandlung werde durch schlechte Ausbildung der Ärzte, unzureichende Versicherungsabdeckung und die negative Meinung von Ärzten und Patienten gegenüber Menschen mit Schmerzen behindert, stellt der Bericht fest. Neben einer langen Liste von Empfehlungen für Verbesserungen in Schmerzforschung und Behandlung, fordert der Bericht eine „kulturelle Transformation“ hinsichtlich der Art und Weise wie die Öffentlichkeit und medizinisches Personal mit Schmerz umgeht. Manche Betroffene suchen keine Behandlung, weil sie die Schmerzen als schicksalhaft betrachten oder auch resignisert haben, dass der Schmerz gemildert werden kann, andere befürchten, dass der Schmerz als Zeichen der Schwäche betrachtet wird.

Ärzte spielen die Schmerzerfahrungen ihrer Patienten oft herunter, stellt der Report fest, speziell wenn der Schmerz nicht mit einer identifizierbaren Krankheit oder Verletzung assoziiert werden kann. Soziale und psychologische Faktoren wie die Belastungen von Armut, Depression oder posttraumatischem Schmerz können die Schmerzwahrnehmung intensivieren. Alle diese Faktoren führen dazu, dass die Patienten häufig jahrelang falsch diagnostiziert und behandelt werden. Typischerweise suchen Menschen mit Schmerzen zuerst den Hausarzt auf. Diese Ärzte erhalten jedoch, so der Report, wenig formelle Schulung in Schmerzmanagement. In den USA gibt es landesweit nur etwa 3.500 zertifizierte Schmerzspezialisten. Die Behandlung chronischer Schmerzen in den USA müsse daher massive Änderungen erfahren, stellt der Report fest, der vom US-Kongress im Zuge der Revision der Gesundheitsreform in Auftrag gegeben wurde.

Quelle: http://Pharmalive.com/news/Print.cfm?articleid=791418

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