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Innere Medizin 27. März 2009

Heimholung nach Wien

Zwei Spitzenmediziner kehren an die Medizinische Universität Wien zurück.

Mit der Berufung von Prof. Dr. Günther Laufer als Nachfolger von Prof. Dr. Ernst Wolner als Vorstand der Klinischen Abteilung für Herz-Thoraxchirurgie und Prof. Dr. Thomas Helbich als Professor für Molekulare Bildgebung ist es der Medizinischen Universität Wien (MUW) gelungen, zwei international tätige Spitzenmediziner zurückzuholen.

Im Gegensatz zur häufig beklagten Abwanderung erstklassiger Wissenschaftler, dem „Brain Drain“, erfolge mit dieser personellen Bereicherung ein „Brain Gain“, stellte der Dekan der MedUni Wien, Prof. Dr. Wolfgang Schütz, bei der Präsentation der beiden Heimkehrer Anfang März fest. Beide Forschungsfelder – Herz-Thoraxchirurgie sowie Radiodiagnostik und Bildgebende Verfahren – sollen künftig an der Wiener Medizinischen Universität gestärkt werden.

Vom Kinderherz bis zum neuen Herz

Als kurz- und mittelfristige klinische Projekte nannte Laufer, der an der Innsbrucker Medizinischen Universität das Herzchirurgiezentrum aufgebaut hat, die minimalinvasive Herzchirurgie vor allem in der Indikation der Herzklappenchirurgie, eine engere Zusammenarbeit mit den interventionellen Kardiologen und Radiologen im Rahmen eines neuen Hybrid-OPs sowie den Aufbau eines Kinderherzchirurgiezentrums in enger Zusammenarbeit mit den Kinderkardiologen. Als Forschungsgebiete sind nahtfreie Herzklappenprothesen und die Weiterentwicklung von Kunstherzen geplant. In der Grundlagenforschung stehen ebenfalls mehrere Projekte auf dem Programm: Die Züchtung künstlicher Herzklappen mittels Tissue Engineering, die Regeneration von zugrunde gegangenem Gewebe nach Herzinfarkt und die Gefäßbiologie, vor allem im Hinblick auf die Hemmung der Zellproliferation in Bypassgefäßen. Darüber hinaus wird man das Herz- und Lungentransplantationsprogramm engagiert weiterführen, zählt die Universitätsklinik doch zu einem der führenden Zentren in diesem Bereich. Sie feiert heuer 25 Jahre Herztransplantation und 20 Jahre Lungentransplantation.

Bilder aus der Zelle

Von Toronto zurückgekehrt, wird sich Helbich schwerpunktmäßig der molekularen Bildgebung widmen. Die Darstellung der Strukturen auf zellulärer und molekularer Ebene ermöglicht es, pathologische Entwicklungen früh aufzuspüren und entsprechend frühzeitig zu behandeln. Als wichtigste Werkzeuge werden MRT-PET bzw. PET-CT eingesetzt, wobei MRT noch exaktere Ergebnisse bringt und auch funktionelle Informationen liefert. Molecular Imaging soll als interdisziplinäre Plattform an der MUW etabliert werden, die mit Partnern anderer universitärer Einrichtungen und der Industrie kooperiert. Zu diesem Zweck soll das derzeit bestehende PET-Zentrum mit einem weiteren, noch stärkeren Hochfeld MRT mit mehr als 11 Tesla installiert werden. Derzeit verfügt die MUW als eine von wenigen Institutionen europaweit bereits über ein 7-Tesla-MR-Gerät. Weiterer Schwerpunkt der Aktivitäten Helbichs wird der Aufbau eines Brustgesundheitszentrums nach nationalen und internationalen Richtlinien im Wiener AKH sein. Der geplante Umbau soll 2010 abgeschlossen sein und „den Patientinnen Wohnzimmeratmosphäre bieten“, wie Helbich feststellte.

In beiden Fachgebieten geht die Entwicklung zu für den Patienten schonenderen Methoden bei höherer Effizienz. Allerdings, so Schütz, habe man mit der finanziellen Planung Probleme, da die Regierung die beschlossenen Budgets für die Jahre 2010/2011 noch unter Verschluss hält, obwohl die MedUnis laut Gesetz bis Ende 2008 hätten informiert werden müssen: „Wir sind über die Budgetsituation völlig im Unklaren. Zusagen für die Zukunft sind daher schwierig, die Planbarkeit ist gering.“

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