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Innere Medizin 1. Februar 2009

Importierte Salmonella Enteritidis Fälle: Ausbruch mit vier Phagentypen bei Türkei-Urlaubern, Österreich 2008

Anfang Juli 2008 registrierte die österreichische Referenzzentrale für Salmonellen eine Häufung von Fällen von Infektionen mit Salmonella Enteritidis Phagentyp (PT) 21. Die Teilnahme am "Summer Splash Event 2008" in der Türkei war einem Großteil der Erkrankten gemein. Bereits im Jahr 2007 war ein S. Enteritidis-PT6 Ausbruch mit 70 Fällen bei 2879 Teilnehmern von Summer Splash 2007 identifiziert worden. Von den 59 laborbestätigten S. Enteritidis-Infektionsfällen des Jahres 2008 war der PT 21 mit 72,9% der häufigste, PT6 wurde bei 18,6%, PT7 und PT3 jeweils bei 3,4% der Fälle identifiziert. Unseres Wissens wurde bislang kein Salmonellenausbruch mit 4 verschiedenen Phagentypen beschrieben. Die Fälle stammten aus 8 der 9 österreichischen Bundesländer. Mittels aktiver Fallsuche wurden unter den 8,914 teilnehmenden Maturanten insgesamt 103 Enteritidis-Fälle dokumentiert. Eine Fallserienuntersuchung wurde durchgeführt. Von den drei Summer Splash Hotels war Hotel A mit 37 Fällen am stärksten betroffen, Hotel B mit 33 und Hotel C mit 32 Fällen. Eier und Speisen aus Eiern wurden als Infektionsquelle hypothetisiert. Nur durch die epidemiologische Abklärung importierter Fälle sind adäquate Interventionen zur Verhinderung neuerlicher Fälle von Salmonellose im Reiseland möglich. Durch Intensivierung der Maßnahmen zur Sicherungder Salmonellenfreiheit von österreichischen tierischen Lebensmitteln wird in absehbarer Zukunft Salmonellose auch in Österreich zunehmend zu einer importierten Reisediarrhoe werden.

Sabine S. Kasper, Rainer Fretz, Christian Kornschober, Franz Allerberger, Daniela Schmid, Wiener klinische Wochenschrift

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