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Innere Medizin 1. Februar 2009

Norovirus-Ausbruch in einem österreichischen Krankenhaus, Winter 2006–2007

HINTERGRUND: Noroviren können von Mensch-zu-Mensch direkt fäkal-oral oder aerosol-assoziiert sowie indirekt über Vehikel wie Lebensmittel oder kontaminierte Oberflächen übertragen werden. In der Umwelt kann das Virus einige Tage lang überleben und somit zu prolongierten Ausbrüchen führen. Beschrieben wird hier ein durch Noroviren in der Zeit von Dezember 2006 bis Februar 2007 verursachter Ausbruch in einem Österreichischen Krankenhaus der Regelversorgung. METHODEN: Durchgeführt wurde eine deskriptiv-epidemiologische Ausbruchsuntersuchung. Die Gesamtkosten, verursacht durch den Einnahmenausfall aufgrund von Abteilungssperrungen, durch die Krankheitsausfälle der Mitarbeiter und durch die zusätzlichen Reinigungskosten, wurden ermittelt. Patientenstuhlproben auf Norovirus-RNS getestet. RESULTATE: Im Gesamten konnten im betroffenen Krankenhaus 90 Personen mit Symptomen einer Noroviren-Gastroenetritis mit einem Erkrankungsbeginn zwischen 1. Dezember 2006 und 13. Februar 2007 identifiziert werden. 56 Patienten und 14 Krankenhausmitarbeiter erfüllten die Definition des Krankenhaus-Ausbruchsfalles (77,8%). Insgesamt waren 20 erkrankte Personen (22,2%) nicht Teil des Ausbruchs; 13 Personen akquirierten ihre Norovirus-Infektion in der Community und 7 Personen mit einer klinisch-suspekten Noroviren-Gastroenetritis waren mit einer krankenhaus-externen gesundheitsversorgender Einrichtung assoziiert. Die Abteilung der Fachrichtung Innere Medizin war mit 46 Patienten-Fällen und 6 Mitarbeiter-Fällen die am meisten betroffene Abteilung. Die nosokomiale Befallsrate betrug 5,9% (56/947) für die zwischen dem 1. Dezember 2006 und dem 13. Februar 2007 hospitalisierten Patienten. Die Befallsrate für die in der gleichen Zeitperiode beschäftigten 120 Krankenhausmitarbeiter betrug 11,7% (14/120). Nachgewiesen wurde ein Norovirus GGII.4 Variante 2006b (weitläufig zirkulierend in Europa in der Saison 2006/2007). Die kalkulierten Ausbruchsgesamtkosten für die Abteilung der Inneren Medizin beliefen sich auf € 80.138. SCHLUSSFOLGERUNG: Die Beeinträchtigung der Patientenversorgung und die verursachten Ausbruchsgesamtkosten rechtfertigen die strikte Implementierung von adequaten und rechtzeitigen evidenzbasierten Ausbruchskontrollmaßnahmen.

Rainer Fretz, Daniela Schmid, Sandra Jelovcan, Rosi Tschertou, Elke Krassnitzer, Michael Schirmer, Markus Hell, Franz Allerberger, Wiener klinische Wochenschrift

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