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Innere Medizin 1. Februar 2009

Sorbit-fermentierende Shigatoxin-produzierende Escherichia coli O157 in Österreich

Infektionen mit enterohämorrhagischen Escherichia coli (EHEC) sind die Hauptursache für das hämolytisch urämische Syndrom (HUS), die häufigste Ursache für akutes Nierenversagen im Kindesalter. Shigatoxine stellen den Hauptvirulenzfaktor von EHEC Stämmen dar. Nicht-sorbit-fermentierende EHEC O157:H7 sind zwar immer noch der am häufigsten isolierte Serotyp weltweit, es wird jedoch zunehmend von Sorbit-fermentierenden (SF) O157:H- (H- bezeichnet die fehlende Motilität) berichtet. In Österreich wurden 13SF EHEC O157:H- (11 humanen und zwei tierischen Ursprungs) in den Jahren 2002–2008 isoliert. Unter den 11 humanen Fällen waren sieben Patienten an einem HUS erkrankt, zwei litten an Diarrhö und zwei weitere waren asymptomatisch. Die Mehrheit der SF O157:H- Fälle (n = 7) wurde von Kindern aus Salzburg und vier von Patienten aus Vorarlberg isoliert. Unter den SF O157:H- Fällen wurden drei Ausbrüche mit jedoch nicht mehr als drei Beteiligten und vier sporadische Fälle diagnostiziert. Das Pulsfeld-Gelelektrophorese (PFGE) Bandenmuster der 13 SF O157:H- ergab drei verschiedene Cluster (Gruppen 1, 2 und 3). Die Stämme der drei Ausbrüche zeigten identische Bandenmuster (bzw. in einem Stamm eine Bande Unterschied) untereinander. Der Bayrische Ausbruchstamm zeigte ein anderes Bandenmuster als alle SF O157:H- Stämme, die in Österreich isoliert wurden. Für eine erfolgreiche Detektion von SF EHEC O157:H- ist ein Screening auf Shigatoxine mittels ELISA und/oder Shigatoxin Gene mittels PCR unerlässlich, ein Screening basierend auf phänotypischen Charakteristika, wie die fehlende Sorbitfermentation ist nicht ausreichend. Typisierungsmethoden, die alleine auf dem Nachweis von O157 beruhen, werden zwar diese Stämme identifizieren, sollten aber ebenso verlassen werden, um die prävalenten non-O157 Stämme, die auch HUS verursachen, nicht zu übersehen.

Dorothea Orth, Katharina Grif, Lothar Bernd Zimmerhackl, Reinhard Würzner, Wiener klinische Wochenschrift

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