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Innere Medizin 1. Februar 2009

Epidemiologie der Listeriose in Österreich

Von 1997 bis 2007 wurden in Österreich 150 Listeriosen (Mutter-Kind-Erkrankungen als ein Fall gezählt) kulturell verifiziert. Schwangerschaftassoziiert waren 9,3% der Fälle (14 von 150). Von den Listeriose-Patienten ohne Zusammenhang mit einer Schwangerschaft (n = 136) waren 75 (55,2%) männlich und 61 (44,9%) weiblich. Das Alter der Patienten mit nicht schwangerschaftsbezogener Listeriose schwankte zwischen 1 Jahr und 93 Jahren und betrug im Mittel 64,3 Jahre, im Median 66,2 Jahre. Das Alter der Schwangeren mit Listeriose (n = 14) lag bei 24 bis 36 Jahren, im Mittel bei 29,3 Jahren und im Median bei 26,5 Jahren. Die Letalität (28 Tage nach Erkrankung) betrug in den Jahren 1997 bis 2007 – ohne Einrechnung von Abortus, Totgeburt und Todesfällen von Säuglingen – 28,7% (39 von 136). Bei den 14 schwangerschaftassoziierten Listeriosen fanden sich zudem 3 Aborte, 1 Totgeburt sowie ein Todesfall bei einem 15 Tage alten Säugling (5/14 = 35,7%). Systemisch manifestierten sich 90,7% der Listeriose Fälle, 9,3% der Fälle verliefen als lokale Infektion. Die Serotypisierung der 150 Isolate ergab folgende Verteilung: Serovar (SV) 4b: 54%, SV 1/2a: 31,3%, SV 1/2b: 10%, SV 1/2c: 2,7%, SV 4d: 1,3% und SV 3a: 0,7%. Von den 150 Listeriosen konnten bei 131 Fällen klassische Prädispositionen dokumentiert werden: Alter > 65 Jahre (n = 73), Schwangerschaft (n = 14) und 44 Fälle mit Carcinomen, Bluterkrankungen, Autoimmunerkrankungen, sowie Zustand nach Organtransplantation, wobei 7 Fälle mehr als eine von den vorher genannten Prädispositionen hatten. Die jährliche Inzidenz der Listeriose in Österreich betrug in den Jahren 1997 bis 2007 im Durchschnitt 0,168/100.000 Einwohner. Im Beobachtungszeitraum verdoppelte sich die maximale Jahresinzidenz der Listeriose, obwohl die Häufigkeit schwangerschaftsassoziierter Listeriosen deutlich zurückging.

Sabine Kasper, Steliana Huhulescu, Bettina Auer, Ingrid Heller, Franz Karner, Reinhard Würzner, Martin Wagner, Franz Allerberger, Wiener klinische Wochenschrift

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