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Innere Medizin 1. Februar 2009

Lebensmittelbedingte Krankheitsausbrüche, Österreich 2007

Im Jahr 2007 wurden in Österreich 438 lebensmittelbedingte Krankheitsausbrüche, mit 1.715 Erkrankten (davon 286 Hospitalisierte und ein Todesfall) berichtet. Für 95% aller Ausbrüche waren Salmonella spp. und Campylobacter spp. verantwortlich. Von den 438 berichteten Ausbrüchen wurden 48 (11%) im Ausland erworben. Von 390 im Inland akquirierten lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen wurden 376 durch Bakterien, 11 durch Viren (Noroviren und einmal Hepatitis-A-Virus), zwei durch Intoxikation (einmal durch Staphylococcus aureus Enterotoxin, einmal durch Alkaloide) verursacht. Bei einem Ausbruch wurde als Erreger unbekannt angegeben. Die bakteriell bedingten Ausbrüche teilen sich wie folgt auf: 264 (70%) durch Salmonella spp., 104 (28%) durch Campylobacter spp., sechs Ausbrüche durch enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC O145:H-, O157:H-, O157:H7, O182: H49, O91:H7, ONT:H4), jeweils ein Ausbruch durch Shigella flexneri und Shigella sonnei. Hospitalisiert wurden 22% bzw. 14% der im Inland an einem Ausbruch durch Salmonella spp.- bzw. Campylobacter spp. erkrankten Personen. Das Lebensmittel Ei zeichnete alleine für 49% aller inländischen Ausbrüche mit berichteter Infektionsquelle verantwortlich. Fleisch (besonders Geflügelfleisch) war für 44% der inländischen Ausbrüche und Fisch für 2% verantwortlich. Das Verhältnis Haushaltsausbrüche zu allgemeinen Ausbrüchen beträgt 82,3% zu 17,7%. Bei 54 von 62 allgemeinen inländischen Ausbrüchen wurden folgende Orte der Exposition benannt: öffentliche Verköstigungen (z.B. Restaurant, Hotel) 24-mal, Familienfeier, Kindergarten, Take-away oder Grillfest 22-mal, Altersheime oder Krankenhäuser 8-mal. Der hohe Anteil an Haushaltsausbrüchen reflektiert unseres Erachtens nach vor allem die noch nicht vollständig ausgeschöpfte epidemiologische Qualität der Ausbruchsabklärungen, i.e. fehlende Zusammenführung einzelner kleiner lebensmittelbedingter Ausbrüche zu bezirks- und bundesländerübergreifenden Ausbrüchen.

Peter Much, Juliane Pichler, Sabine S. Kasper, Franz Allerberger, Wiener klinische Wochenschrift

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