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Innere Medizin 11. März 2009

Koloskopie nur links lebensrettend

Der präventive Effekt der Untersuchung scheint weniger ausgeprägt zu sein als angenommen.

 

Die Koloskopie kann die Sterblichkeit an Darmkrebs deutlich reduzieren. Der Effekt scheint sich aber auf Todesfälle durch linksseitige Kolonkarzinome zu beschränken und weniger ausgeprägt zu sein, als bisher angenommen. Das sind zumindest die Ergebnisse einer kanadischen Fall-Kontroll-Studie, in der Daten von 10.292 am Kolonkarzinom verstorbenen Patienten und 51.460 zufällig ausgewählten Vergleichspersonen analysiert wurden (Ann Intern Med 2009;150:1-8).

Bis zu sechs Monate vor der Diagnose hatten sich sieben Prozent der Fallpatienten einer Koloskopie unterzogen. Bei den Kontrollpatienten waren bis zu dem definierten Datum 9,8 Prozent bei der Darmspiegelung gewesen. Durch eine vollständige Koloskopie wurde die Sterblichkeit durch linksseitige Kolonkarzinome um etwa zwei Drittel gesenkt. Das Risiko, an rechtsseitigen Kolonkarzinomen zu versterben, wurde dagegen nicht beeinflusst.

Erklärung gesucht

Die Autoren können sich mehrere Erklärungen vorstellen: Entweder die Koloskopie war unvollständig oder die Darmreinigung im rechten Kolon ist möglicherweise schlechter. Eine dritte Möglichkeit wäre, dass sich Karzinome im rechten und linken Kolon biologisch unterscheiden.

medizin-online/PH, Ärzte Woche

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