zur Navigation zum Inhalt
 
Innere Medizin 17. Mai 2011

Lebensqualität von Dementen sichern

Individuelle Behandlung und körperliches Training.

Am deutschen Internistenkongress diskutierten Experten, wie Hochbetagten und Dementen bis zuletzt ein lebenswertes Leben ermöglicht werden kann. Daten, die auf dem DGIM-Kongress präsentiert wurden, zeigen, dass gezieltes körperliches Training Demenzkranken hilft. Sie gewinnen an Muskelkraft, bleiben beweglicher und sind weniger sturzgefährdet. Darüber hinaus bessert sich auch die geistige Leistung. „Demente profitieren von einem Training ebenso wie nichtdemente Patienten, die im Rahmen anderer chronischer Krankheiten Muskelkraft verloren haben“, sagte PD Dr. Daniel Kopf vom Agaplesion Bethanien Krankenhaus Heidelberg.

Patienten mit Morbus Alzheimer und anderen Formen der Demenz leiden im Endstadium auch unter Gewichtsverlust, Muskelschwäche, Bewegungsstörungen, Inkontinenz und Schluckstörungen. Die Folge sind Stürze, Brüche und Wundliegen. Speise oder Speichel in der Luftröhre führen häufig zu einer Lungenentzündung. Oft sind dies die Gründe, Demenzkranke in internistische Kliniken einzuweisen. „Auf Stationen, die keine speziellen Hilfen für Demenzkranke anbieten, sind diese Patienten jedoch gefährdet“, gab PD Dr. Daniel Kopf vom Agaplesion Bethanien Krankenhaus Heidelberg zu bedenken.

„Die Behandlung und Begleitung von Hochbetagten und insbesondere Menschen mit Demenz erfordert eine besondere Herangehensweise“, bestätigte auch Prof. Dr. Cornel Sieber, Medizinische Klinik II am Klinikum Nürnberg und Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. „Sie brauchen eine sehr individuelle Behandlung, Pflege und Begleitung durch ein geriatrisch-multidisziplinäres Team.“ Speziell geschulte Ärzte, Pflegefachpersonen, Psychologen, Seelsorger, Sozialarbeiter und Physiotherapeuten müssten daran mitarbeiten. Oft ginge es auch darum, die Angehörigen einzubeziehen.

Spezialisierte Abteilungen innerhalb der Geriatrie können den Bedürfnissen Hochbetagter und Dementer gerecht werden. „Eine geschützte Umgebung und ein strukturierter Tagesablauf tragen dazu bei, Verwirrtheitszustände zu vermeiden“, sagte Kopf. Allein dies verhindere mitunter die Einweisung in ein Pflegeheim.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben