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Innere Medizin 1. Jänner 2009

Nächtliches schlafstörendes Nikotinverlangen und Bewältigung mit einem Raucherentwöhnungsprogramm

ZIEL: Untersuchung des nächtlichen schlafstörenden Nikotinverlangens (nocturnal sleep-disturbing nicotine craving – NSDNC), einem Symptom der Nikotinabhängigkeit, an 2884 PatientInnen. METHODIK: Alle beschriebenen PatientInnen waren TeilnehmerInnen eines Raucherentwöhnungsprogramms in Niederösterreich, das vom Nikotin Institut in Zusammenarbeit mit der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse (NÖGKK) durchgeführt wurde. Das Betreuungsprogramm lief über fünf Wochen und inkludierte fünf ärztliche Einzelbetreuungsgespräche. An allen Beratungsterminen erhielten die PatientInnen einen TeilnehmerInnenbogen, der Fragen zur den Rauchgewohnheiten, Krankheiten, früheren Erfahrungen mit Raucherentwöhnung sowie der Motivation für einen Rauchstopp enthielt. Zusätzlich wurden Kohlenmonoxidwerte in der Ausatemluft gemessen. ERGEBNISSE: Von den 2884 PatientInnen zeigten 22,4 % (n = 647) Formen des NSDNC in unterschiedlicher Intensität: 77,1 % (n = 499) erwachten selten, 9,4 % (n = 61) erwachten einige Male pro Woche, 6,8 % (n = 44) erwachten mehrmals pro Woche und 6,6 % (n = 43) erwachten täglich. Es zeigte sich ein Zusammenhang zwischen NSDNC und Nikotinabhängigkeit, der Anzahl der gerauchten Zigaretten pro Tag, dem Kohlenmonoxidwert in der Ausatemluft sowie dem allgemeinen Rauchverlangen. Die Auswirkungen dieser Erkenntnisse auf ein Raucherentwöhnungsprogramm sind vielfältig. Die Erfolgsraten wurden von der Intensität des NSDNC beeinflusst. PatientInnen, die mehrmals pro Woche bzw. täglich erwachten hatten die geringste Chance ihr Rauchen zu beenden. Ebenso zeigten sie die geringste Compliance mit dem Programm. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Es handelt sich um eine spezielle Gruppe von RaucherInnen, die das Symptom NSDNC zeigen. Vor allem jene Subgruppe die mehrmals pro Woche oder täglich erwacht kann als hochabhängig klassifiziert werden und benötigt deshalb ein speziell angepasstes Behandlungsregime. Eine weitere Entwicklung der Raucherentwöhnungsprogramme sowie Implementierung von Strategien zur Risikoreduktion sind erforderlich.

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