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Innere Medizin 1. Dezember 2010

Perkutane renale Denervierung bei therapieresistenter Hypertonie – Erste Erfahrungen in Österreich

HINTERGRUND: Arterielle Hypertonie ist eine der häufigsten Erkrankungen in der westlichen Welt. Auch unter Kombinationstherapie erreicht ein hoher Prozentsatz der Patienten nicht ihre vorgegebenen Zielblutdruckwerte. Als neuer Therapieansatz bietet sich bei diesen Patienten seit kurzem ein Verfahren an, bei dem die sympathischen Nervenfasern der Nierenarterien mittels perkutaner Radiofrequenzablation in beiden Nierenarterien unterbrochen werden.

METHODIK UND RESULTATE: In diesem Fallreport berichten wir von der ersten renalen Denervierung bei therapieresistenter Hypertonie in Österreich welche im Rahmen der "SIMPLICITY HTN-2" Studie durchgeführt wurde. Die von uns behandelte 59-jährige Patientin leidet unter einem langjährigen Hypertonus der trotz 6-fach medikamentöser Therapie nicht adäquat einstellbar ist. In den aus mehrfachen Messungen gemittelten Basiswerten präsentiert sich die Patientin mit einem Blutdruck von 238/132, im 3 Monats Follow-up nach renaler Denervierung betrug dieser 154/87. Im weiteren Verlauf konnte die antihypertensive Medikation um 2 Präparate reduziert werden. Im Rahmen der 6-Monats Kontrolle erfolgte zur weiteren Quantifizierung eine 24h Blutdruckmessung welche unter der neuen, reduzierten Therapie einen durchschnittlichen Wert von 132/81 ergab. Ein etwaiger Einfluss auf die Nierenfunktion konnte nicht nachgewiesen werden.

DISKUSSION: Unser Fallbericht bestätigt die potentielle Wirksamkeit dieses neuen Verfahrens. Aufgrund der bisherigen Datenlage kann die renale Denervierung als eine vielversprechende und komplikationsarme Therapieform bei therapieresistenter Hypertonie angesehen werden. Nichtsdestotrotz ist für das Abschätzen des Therapieerfolges, der Langzeiteffekte und der Indikation die Durchführung weiterer prospektiver randomisierter kontrollierter Studien unumgänglich.

Georg Goliasch, Michael Wolzt, Peter Höfer, Georg Delle-Karth, Gerhard Kreiner, Thomas Neunteufel, Gerald Maurer, Thomas Binder, Wiener klinische Wochenschrift 23/24/2010

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