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Innere Medizin 5. Februar 2009

Vitamin-B1- Vorstufe lindert Nervenschäden

Etwa die Hälfte aller Menschen mit Diabetes mellitus erkrankt an einer diabetischen Neuropathie. Ursache für die Nervenschäden könnte neben dem erhöhten Blutzucker auch ein Vitamin-B1-Mangel sein.

Zu häufigen Folgen von Diabetes mellitus zählen diabetische Neuropathien. Selbst gut eingestellte Patienten haben mit der Nerven und Blutgefäße zerstörenden Wirkung von Diabetes zu kämpfen. Ein möglicher Auslöser für die Nervenschäden: Der Mangel an Vitamin B1, der häufig bei Menschen mit Diabetes mellitus auftritt. Denn dort wird das Vitamin zumeist über den Harnweg ausgeschleust.

Die BENDIP-Studie (Stracke H et al.; Exp Clin Endocrinol Diabetes 2008, 116: 600–605) wollte nun evaluieren, inwiefern dieses Problem mithilfe des Wirkstoffes Benfotiamin, einer Vorstufe des B1, gelindert werden kann. Laut Studienautoren behebt die Substanz nicht nur den Vitaminmangel, sie verringert auch Schmerzen durch bereits vorhandene Nervenschäden. Ein Grund für die bessere Aufnahme: die fettlösliche Vitamin-Vorstufe wird vom Körper zehnmal besser aufgenommen als das wasserlösliche Vitamin B1.

Auch höhere Dosen sind gut verträglich

„Benfotiamin ist gut verträglich und lindert auch ohne zusätzliche Gabe anderer Wirkstoffe die Schmerzen deutlich“, sagt Endokrinologe Prof. Dr. Reinhard G. Bretzel, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik III am Universitätsklinikum Gießen und Marburg. Auch eine höhere Dosis von 600 Milligramm pro Tag erwies sich als verträglich.

Wie der vitaminähnliche Stoff Neuropathien verhindert, ist teilweise bekannt: Vitamin B1 aktiviert die Funktion eines körpereigenen Entgiftungsenzyms, die Transketolase. Mangelt es an B1, werden giftige Zwischen- und Abfallprodukte des Zuckerstoffwechsels nicht abgebaut. Diese schädigen die Nerven. „Benfotiamin scheint genau in diesen Kreislauf einzugreifen“, erklärt Prof. Dr. Bretzel. Es steigere die Aktivitäten der Transketolase um das drei- bis vierfache. Die Empfindungsstörungen der Patienten veränderte der Wirkstoff in den Versuchen allerdings kaum.

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