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Innere Medizin 5. Februar 2009

Diabetes-Screening bei Schwangeren sinnvoll?

Das deutsche IQWiG legte vorläufige Ergebnisse vor.

Ende Jänner dieses Jahres legte das deutsche IQWiG (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen) vorläufige Ergebnisse seiner Nutzenbewertung eines Screenings auf Schwangerschaftsdiabetes vor. Der Bericht sieht einen indirekten Hinweis auf Nutzen.

 

In dem Projekt ging es darum die Frage zu klären, ob Schwangere routinemäßig einen Test machen sollen (so wie es bereits jetzt schon einige Fachgesellschaften im sechsten bis siebten Schwangerschaftsmonat empfehlen), um jene Frauen zu erkennen, die im Verlauf der Gravidität erhöhte Blutzuckerwerte entwickeln und somit auch erhöhte Risiken für Geburtskomplikationen tragen. Dies scheint zumindest eine große internationale HAPO-Studie (Hyperglycemia and Adverse Perinatal Outcome) zu bestätigen, die auch das IQWiG im Vorfeld genau analysierte.

„Indirekter Nutzen“

Beim so genannten Glukosebelastungs- oder -toleranztest (oGTT) werden den Schwangeren in der Praxis zunächst nüchtern Blut abgenommen. Nach Gabe einer konzentrierten Traubenzuckerlösung wird das die Abnahme wiederholt.

Das IQWiG bestätigt in einer Aussendung die Vermutung, dass einige negative Folgen vermieden werden können, wenn Schwangere mit erhöhten Blutzuckerwerten rechtzeitig ihre Ernährung umstellen und manchmal sogar Insulin spritzen. Aus Therapiestudien ergeben sich Anhaltspunkte dafür, dass eine Blutzuckerkontrolle die Rate von Komplikationen verringert. Daraus leitet das Institut indirekt einen Hinweis ab, dass auch eine Reihenuntersuchung einen Nutzen haben kann, wenn sie dazu führt, dass Frauen mit ausgeprägten Blutzuckerhöhungen erkannt und behandelt werden.

Von Raoul Mazhar, Ärzte Woche

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