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Netzwerkinitiative für Mammakarzinom-Expertinnen.
 
Innere Medizin 21. Jänner 2009

www.femonco.net – das neue Mammakarzinom-Netzwerk

Erstmals wurde in Österreich eine fachspezifische Plattform nur für weibliche Therapeuten initiiert.

Pro Jahr erkranken fast 5.000 Frauen in Österreich an Brustkrebs – statistisch gesehen ist jede neunte Frau im Laufe ihres Lebens mit der Diagnose Mammakarzinom konfrontiert. Dr. Silvia Artner, Gynäkologin am Brustzentrum im Wiener Hanusch-Krankenhaus, präsentiert die Internetplattform www.femonco.net. Dieses neuartige Netzwerk soll helfen, die nach wie vor vorhandenen Lücken in der gesamtheitlichen Betreuung von Mammakarzinom-Patientinnen zu schließen.

 

Was ist femonco.net?

Artner: Unsere Initiative femon-co.net ist ein neuartiges Netzwerk von und für Mammakarzinom-Expertinnen aller Disziplinen wie Gynäkologinnen, Chirurginnen, Radiologinnen, Pathologinnen, Radioonkologinnen, Psychoonkologinnen, Plastische Chirurginnen, aber auch ebenso Physiotherapeutinnen. femonco.net ist in dieser Form als Plattform einzigartig in Österreich. Und selbst im Ausland gibt es kaum vergleichbare Initiativen.

 

Was ist das Ziel dieses Netzwerks?

Artner: Wir wollen die Kommunikation zwischen den betreuen- den Ärztinnen und Expertinnen fördern. Es geht um Wissensaustausch, Erfahrungsaustausch, Know-how, Tipps zu Veranstaltungen und Literatur. Wir wollen damit eine optimale Therapie für Patientinnen erreichen. Dazu zählen Qualitätssteigerung in der Therapie, Erhöhung der Compliance, Teilnahme an Screeningprogrammen und ein optimales Case-Management.

Was war der Anlass dafür, dass Sie eine derartige Plattform geschaffen haben?

Artner: Lange Zeit waren frauenspezifische Aspekte der Brustkrebsbehandlung wenig beachtet. Dies zu ändern, ist uns ein wichtiges Anliegen. Auch die Kommunikation und Weitergabe von Informationen soll gefördert werden. In den großen Ballungsräumen gibt es die Möglichkeiten, in Brustzentren fächerübergreifend interdisziplinär zusammenzuarbeiten. Dies soll aber auch abseits solcher Zentren möglich sein – durch virtuelle Tumorboards oder Online-Fallbesprechungen. Das gegenseitige Unterstützen durch die vielseitige Expertise der verschiedenen Disziplinen gibt der Patientin die Gewissheit, die beste medizinische Versorgung zu erhalten.

 

Mit wem gemeinsam haben Sie diese Service-Plattform ins Leben gerufen?

Artner: Die anderen Initiatorin-nen sind Dr. Sabine Pöstelberger, Chirurgin und Leiterin des Brustgesundheitszentrums im Krankenhaus Barmherzige Schwestern in Linz, und Dr. Marianne Bernhart, Onkologin am Brustzentrum des Hanusch Krankenhauses in Wien. Zusätzlich unterstützt die Firma Novartis die Errichtung unserer Internetplattform.

 

Wer kann nun von femonco.net profitieren?

Artner: Einerseits Mediziner – alle onkologisch tätigen Ärzte und Ärztinnen –, andererseits aber genauso die von der Krankheit betroffenen Patientinnen; ein derartiges Service für Patientinnen ist mittelfristig geplant.

 

Welche einzelnen Informationen und Services bietet femonco.net?

Artner: Ein besonderer Vorteil ist der Austausch von Wissen in Echt-zeit bezüglich der Abklärung bei Veränderung in der Brust, Mammografie, Operationsmöglichkei-ten, Begleittherapien, Nebenwirkungsbekämpfung. Ein weiterer Aspekt ist das Profitieren vom Wissen anderer ohne Schwellenangst: Auf femonco.net finden sich Kongressberichte und ausführliche medizinische Literaturinformation. Dadurch wird der Gedankenaustausch und die Diskussion ebenso gefördert wie Erfahrungs- und Know-how-Weitergabe.

 

Was ist für die Zukunft geplant?

Artner: Insgesamt verfolgen wir mehrere Ziele: Ganz wichtig ist die österreichweite Erfassung engagierter Ärztinnen in der Spezialistinnendatenbank. Dies soll in weiterer Folge eine schnelle und umfassende Suche nach Kolleginnen unterschiedlicher Disziplinen ermöglichen. Was wir außerdem unbedingt einrichten wollen, ist die Möglichkeit zu unmittelbarer persönlicher Kontaktaufnahme und ein breites Diskussionsforum. Schließlich ist auch noch die Errichtung eines virtuellen Tumorboards für die Zukunft geplant.

 

 Weitere Informationen:

www.femonco.net

Netzwerkinitiative für Mammakarzinom-Expertinnen.

Von Mag. Ingo Schlager, Ärzte Woche

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