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Innere Medizin 21. Jänner 2009

Abnorm erhöhtes Cholesterin

Familiäre Hypercholesterinämie ist die häufigste genetisch bedingte Stoffwechselstörung, die im Besonderen bei Kindern oft undiagnostiziert und unbehandelt bleibt.

Bei der familiären Hypercholesterinämie kommt es zu stark erhöhten Cholesterin-Plasmakonzentrationen. Die Ursache ist ein Defekt im LDL-Rezeptor-Gen, der zum vollständigen Ausfall oder zur Dysfunktion des Rezeptors führt. Kinder mit dieser Stoffwechselstörung haben ein erhöhtes Risiko, frühzeitig eine Atherosklerose zu entwickeln und in der Folge unter kardiovaskulären Erkrankungen zu leiden. Ärzte fordern daher ein allgemeines Cholesterinscreening.

 

Die europäische Gesellschaft EAROC (European Association for Research on Obesity in Childhood) veranstaltete gemeinsam mit dem Österreichischen Akademischen Institut der Ernährungsmedizin unter der Leitung von Prof. Dr. Kurt Widhalm von der Medizinischen Universität Wien, Abteilung für Ernährungsmedizin, im November 2008 im Campus der Universität Wien ein internationales Symposium zum aktuellen Thema Lipide und Obesity bei Kindern un-ter dem Titel „Lipids in Children – Obesity and Familial Hypercholesterolemia“.

Im Rahmen dieses Symposiums berichteten namhafte nationale und internationale Referenten über Genese, Diagnostik und Therapie von Lipidstoffwechselstörungen bei adipösen Kindern und solchen mit (angeborener) familiärer Hypercholesterinämie – einem Krankheits-bild, bei dem es erblich bedingt zu erhöhten Plasmakonzentrationen an LDL- und Gesamtcholesterin kommt. Die deutlich erhöhten Cholesterinwerte im Blut werden durch einen Rezeptordefekt in der Leber verursacht und können zu früher Entwicklung von Atherosklerose, die sich als koronare Herzerkrankung sowie als Herzinfarkt manifestieren kann, führen.

Sensibilität für diese vererbbare Krankheit erhöhen

Das Ziel des internationalen Austauschs war es daher, die Sensibilität unter der Bevölkerung, speziell unter der Ärzteschaft, für das häufig auftretende Krankheitsbild (1:500 Personen) zu erhöhen und die Früherkennung zu etablieren. Dies kann beispielsweise bereits bei Kindern, deren Eltern eine Erkrankung der Herzkranzgefäße oder einen Herzinfarkt in jungen Jahren hatten oder erhöhte Cholesterinwerte zeigen, erfolgen. Daher wurde auch die Forderung nach einem präventiv durchgeführten routinemäßigen Screening laut.

Solch ein Screening von Kindern und Patienten mit frühzeitigen kardiovaskulären Erkrankungen (Herzinfarkt oder Schlaganfall) oder erhöhten Cholesterinwerten wird von der American Academy of Pediatrics zwar empfohlen und erwies sich als die kosteneffektivste Strategie zur Diagnose von familiärer Hypercholesterinämie (Marks D et al. 2000), ist in Österreich aber noch nicht etabliert. Nach der neuesten Studie aus Spanien, die kurz vor der Veröffentlichung steht, können ungefähr drei Lebensjahre durch die Entdeckung über ein Gen-Screening-Programm gerettet werden (Olivia et al 2009).

Als Beispiel eines solchen Programms sei LIPOchip erwähnt, ein DNA-Chip, der mittlerweile in Spanien und Holland flächendeckend zur Früherkennung von familiärer Hypercholesterinämie eingesetzt und bezahlt wird. Vergleichend schlecht sieht dazu die Lage in Österreich aus: Zwar wurde vom Gesundheitsministerium im Jahre 2005 in Österreich ein Gesundheitspass für Jugendliche entworfen, in dem eine Cholesterin- und HDL-Chol-Bestimmung vorgesehen ist, jedoch ist dieser aber leider nie verteilt worden!

Eine Studie aus den Niederlanden zeigt, dass bei einem Kind mit einem LDL-Cholesterinwert von über 135 mg/dl und einem Elternteil mit diagnostizierter familiärer Hy- percholesterinämie eine 98-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Mutation des LDL-Rezeptors vorliegt (Wiegman A. et al. 2003). Bei frühzeitiger Diagnosestellung ist eine adäquate Therapie der Erkrankung gut möglich.

Ernährung: Spezielle Empfehlungen zeigen Erfolge

Dass bei Patienten mit familiärer Hypercholesterinämie spezielle Ernährungsempfehlungen einen Er-folg aufweisen können, zeigt eine derzeit laufende Studie an der Medizinischen Universität Wien: Ein erster Trend zeigt, dass sich die Verwendung von Rapsöl als Kochfett im Vergleich zu Sonnenblumenöl günstig auf den Cholesterinspiegel auswirkt. Ein weiterer positiver Effekt durch Ernährung konnte anhand einer Langzeitstudie gezeigt werden: Bei zirka 80 Prozent der Patienten führte der Konsum von Sojaeiweiß zu einer Senkung der Cholesterinwerte um zirka zehn Prozent (Widhalm et al., unpublished).

Reicht eine modifizierte Ernährung nicht zur Senkung der Cholesterinwerte aus, müssen Medikamente herangezogen worden. Dazu bestätigten rezente Daten aus den Niederlanden die Empfehlung der American Academy of Pediatrics, dass eine medikamentöse Behandlung mit Statinen bei Kindern ab acht Jahren und einer schweren Form von familiärer Hypercholesterinä-mie nach Einhaltung einer fettmodifizierten Diät für mindestens drei Monaten durchaus indiziert ist (Rogenburg et al. 2007).

Dennoch wird aufgrund der mangelnden Bekanntheit der Problematik die Diagnose familiärer Hypercholesterinämie nur bei einem Bruchteil der Patienten rechtzeitig gestellt. Von den geschätzten 3.700 Kindern und Jugendlichen in Österreich sind laut einer jüngst durchgeführten Befragung nur etwas mehr als 100 bekannt und in Behandlung.

Besonderes Augenmerk

Abschließend ist festzuhalten, dass eine undiagnostizierte und unbehandelte familiäre Hypercholesterinämie eine Krankheit, eine Stoffwechselstörung ist – und nicht zu-letzt ein Desaster darstellt. Daher werden alle (Kinder)Ärzte zur Beachtung und Diagnostizierung die-ser Krankheit aufgefordert.

 

Quelle: Österreichisches Akademisches Institut für Ernährungsmedizin (ÖAIE); www.oeaie.org

 

Korrespondierender Autor:

Prof. Dr. Kurt Widhalm ist als Leiter der Abteilung für Ernährungsmedizin auf der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Medizinische Universität Wien, tätig.

Von Prof. Dr. Kurt Widhalm, Mag. Marika Miklautsch, Ute Weber, Ärzte Woche

  • Herr Doctor Nabil Deeb, 24.01.2011 um 20:41:

    „Vermindern die Pflanzenwirkstoffe Antioxidans das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes Mellitus Typ 2 und seine Folgen ? !


    Nabil DEEB
    Arzt – Physician – Doctor
    PMI-Registered Doctors'Association
    53140 Bonn / GERMANY


    Die Pflanzenwirkstoffe Antioxidans Resveratrol, Olivenpolyphenole (Oleuropein, Hydroxytyrosol) und Lycopin wirken sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System, den Fett- und Cholesterinstoffwechsel, die Vorbeugung von Krebs, entzündlichen Prozessen sowie auf die Lebensverlängerung von Zellen aus .

    Resveratrol gehört zu den besonders hoch wirksamen Radikalfängern aus der Natur und ist daher in der Lage, oxidativen Stress zu minimieren. Zudem besitzt es die Eigenschaft eines ambiphilen Antioxidans, da es sowohl fett- als auch wasserlöslich ist. Aufgrund der vielfältigen pharmakologischen Wirkungen von Resveratrol werden Risikofaktoren betreffend Herz, Gefäße, Blutdruck, Demenz und entzündliche Prozesse vermindert.


    Pharmakologische Wirkungen von Resveratrol :-

    1.- schützt vor Herz- und Gefäßverkalkung (Demenz)
    2.-HDL, LDLØ
    3.-direkte und indirekte gefäßerweiternde Wirkung
    4.-Hemmung der Thrombozytenaggregation
    5.-chemopräventiv (Darm, Brust, Prostata, Haut, Lunge)
    6.-Antitumorwirkung (Tumorwachstum gehemmt, Apoptose gefördert)
    7.-entzündungshemmend (COX1- und COX2-Hemmung)
    8.-starkes Antioxidans (sowohl fett- als auch wasserlöslich)
    9.-dosisabhängige phytoöstrogene Effekte
    10.-Lebensverlängerung von Zellen (Anti-Aging)


    Bioverfügbarkeit:-

    Auch sehr hohe Dosen (25 mg) oral verabreichtes trans-Resveratrol werden noch mit etwa 70% absorbiert. Dessen Plasmahalbwertszeit bzw. seiner bekannten Metaboliten liegt bei durchschnittlich 9 Stunden. Nur ein geringer Anteil von Resveratrol bleibt dabei unverändert im Plasma. Diesbezüglich dürften potenziell aktive, zum Teil unbekannte Metaboliten für die vielfältigen pharmakologischen Wirkungen verantwortlich sein. Der Resveratrol-Abkömmling Piceatannol besitzt etwa die 1000fache antioxidative Kapazität von trans-Resveratrol. Ein Großteil der oral verabreichten Dosis wird sulfatiert oder glucuronitiert im Harn wiedergefunden.

    Die antioxidative Potenz von Polyphenolen, Flavonoiden und Stilbene-Derivaten könnte somit auch immunmodulatorisch von Bedeutung sein, Substanzen wie Resveratrol wurden bereits mehrfach als antiinflammatorisch wirksam beschrieben. So weisen die österreichischen Beobachtungen darauf hin, dass antioxidative Weininhaltsstoffe neben der direkten Entgiftung von ROS auch deren Bildung durch Unterdrükkung der Interaktion zwischen T-Zellen und Makrophagen vermindern .

    Diese o.g. wissenschaftlichen Tatsachen stammen aus den internationalen wissenschaftlichen Veröffentlichenungen und unseren Beobachtungen in den mediterranen Ländern .

    Mediterrane Bevölkerungsgruppen weisen aufgrund ihrer gesunden Ernährung eine höhere Lebenserwartung auf.

    Diesbezüglich kommt neben Omega-3-Fettsäuren insbesondere den sekundären Pflanzenstoffen Resveratrol, Olivenpolyphenolen (Oleuropein, Hydroxytyrosol) und Lycopin ein bedeutender Stellenwert in der Prävention altersbedingter Erkrankungen zu.

    Eine sehr kleine inverse Assoziation zwischen der Einnahme insgesamt Obst und Gemüse und Krebsrisiko wurde in EPIC-Studie „“ EPIC-Studie im Journal of the National Cancer Institute (JNCI 2010; doi: 10.1093/jnci/djq072 „“ beobachtet. Angesichts der geringen Größe der beobachteten Assoziationen, ist Vorsicht bei der Interpretation der EPIC-Studie zu empfehlen .

    Vermindern die Pflanzenwirkstoffe Antioxidans das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes Mellitus Typ 2 und seine Folgen ? !

    Reduce the antioxidant plant compounds the risk of heart attack, stroke, diabetes mellitus type 2 and its consequences? !
    Réduire l'usine de composés antioxydants le risque de crise cardiaque, accident vasculaire cérébral, de diabète sucré de type 2 et ses conséquences ? !
    Minska antioxidant ämnen från växter risken för hjärtinfarkt, stroke, diabetes mellitus typ 2 och dess konsekvenser ? !

    Reduser antioksidant plantesammensetninger risikoen for hjerteinfarkt, hjerneslag, diabetes mellitus type 2 og dens konsekvenser ? !



    Literatur beim Verfasser.


    Mit freundlichen kollegialen Grüßen

    Ihr

    Nabil DEEB
    Arzt – Physician – Doctor

    PMI-Ärzteverein e.V.
    Palästinamedico International Ärzteverein – ( P M I ) e.V.
    Palestine Medico International Doctors Association ( P.M.I.) registered association.

    Department of Medical Research
    Département de la recherche médicale

    P.O. Box 20 10 53
    53140 Bonn – Bad Godesberg / GERMANY

    &


    Nabil DEEB
    Arzt – Physician – Doctor

    PMI-Ärzteverein e.V.
    Palästinamedico International Ärzteverein – ( P M I ) e.V.
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