zur Navigation zum Inhalt
 
Innere Medizin 1. November 2008

Die Wirkung von Glycopyrroniumbromid im Vergleich mit Scopolamin-Hydrobromicum beim terminalen Rasseln: Eine randomisierte, doppelblinde Pilotstudie

HINTERGRUND: Terminales Rasseln ist ein für den Patienten und für die Umgebung äußerst belastendes Symptom am Ende des Lebens. Das Ziel dieser Studie war es, die Wirksamkeit von Glycopyrroniumbromid im Vergleich mit Scopolamin-Hydrobromicum zur Erleichterung des terminalen Rasselns bei bewusstseinsgetrübten sterbenden Tumorpatienten zu überprüfen. METHODEN: In einem doppelblinden, randomisierten Studiendesign wurden die Patienten zwei Gruppen zugeteilt. Gruppe A erhielt Scopolamin-Hydrobromicum 0,5 mg intravenös alle sechs Stunden, Gruppe B erhielt Glycopyrroniumbromid 0,4 mg alle sechs Stunden. Der Beobachtungszeitraum war 12 Stunden. Wenn notwendig, wurde eine Sedierung standardisiert verabreicht, die analgetische Therapie wurde beibehalten, bzw. wenn sie oral nicht mehr möglich war, auf die äquipotente Dosis subkutan bzw. intravenös umgestellt. Terminales Rasseln wurde zweistündlich an einer Skala von 1 bis 5 (1 = geräuschvolles Atmen, 5 = sehr starkes Rasseln) beurteilt. Außerdem wurden Unruhe und Schmerzäußerung an einer Skala von 1 bis 3 (1 = gering ausgeprägt, 3 = stark ausgeprägt) dokumentiert. ERGEBNISSE: Es wurden 13 Patienten eingeschlossen, 7 Patienten in Gruppe A und 6 Patienten in Gruppe B. Es gab keine Unterschiede in Bezug auf demographische Daten, Alter, Gewicht und Diagnosenverteilung. In Gruppe B, behandelt mit Glycopyrroniumbromid, konnte in den ersten 12 Stunden im Vergleich zu Scopolamin-Hydrobromicum eine signifikante Reduktion des Todesrasselns gezeigt werden (p = 0,029). Die Nebenwirkungen (Unruhe, Schmerzäußerungen) betreffend gab es zwischen beiden Gruppen keine Unterschiede. SCHLUSSFOLGERUNG: Glycopyrroniumbromid 0,4 mg alle sechs Stunden verabreicht zeigt eine deutlich stärkere Verringerung des Todesrasselns im Vergleich zu Scopolamin-Hydrobromicum. Hinsichtlich Nebenwirkungen (Unruhe, Schmerzäußerungen) ist zwischen den beiden Substanzen kein Unterschied feststellbar.

Rudolf Likar, Ernst Rupacher, Hans Kager, Mario Molnar, Wofgang Pipam, Reinhard Sittl, Wiener klinische Wochenschrift

Volltext dieses Beitrags / entire article auf SpringerLink

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben