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Innere Medizin 1. Dezember 2008

Iatrogene Metastasen eines gutartigen Meningeoma im Periosteum am Platz der vorherigen Kraniotomie: ein Fallbericht

Nach Entfernung eines Meningeoms entstehen außer beim malignen Phänotyp nur sehr selten Metastasen. Bei dem von uns hier vorgestellten Fall handelt es sich unseres Wissens um den ersten Bericht einer iatrogenen Aussaat eines Meningeoms im Bereich des knöchernen Schädels nach erfolgter Operation. Eine 37-jährige Frau wurde wegen eines Meningeomrezidivs im Frontallappen aufgenommen. 1997 war sie wegen eines atypischen Meningeoms an derselben Stelle operativ komplett exzidiert worden. Bei der diesmaligen Kontrolluntersuchung waren drei neue Tumore gefunden worden: ein bifrontales Meningeom am Rande der Falx, ein kleineres in der Falx knapp unter dem sagittalen Sinus und ein kleiner Tumor im Periost an der Stelle der Kraniotomie, welcher als ektopisch aufgefasst wurde. Die Histologie des operativ entfernten ektopischen Tumors ergab ein ganz ähnliches Bild wie das 10 Jahre vorher entfernte atypische Meningeom. Es bestand keine Beziehung zu den zwei anderen Tumoren. Aufgrund der Lokalisation in der alten Kraniotomie und der ähnlichen Histologie wurde der ektopische Tumor als Implantationsmetastase durch die Erstoperation aufgefasst. Wir empfehlen auf Grund unserer Erfahrung, auch bei der Operation von benignen Neoplasmen eine strikte Einhaltung onkologischer Prinzipien, um eine Wundkontamination mit Tumorzellen und ein dadurch mögliches Rezidivrisiko zu vermeiden.

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